Alle Jahre wieder kommt ein leises Fest;
ohne Lichterketten, ohne Einkaufsstress.
Ein Fest zwischen Werden und Sein,
das leise sagt: Du bist nicht allein.
Unscheinbar und doch voller Kraft,
die Veränderung von innen schafft.
Ein Fest, das Gottes Geist spürbar macht,
ein Funke, der überspringt, ein Feuer entfacht.
Pfingsten – ein Flüstern, ein Wehen, ein unsichtbarer Wind.
Pfingsten – wir sind stark, weil wir verbunden sind.
Damals saßen sie zusammen, voll Angst, voller Fragen,
keine Hoffnung, noch Neues zu wagen.
Keine Kraft, des anderen Last zu tragen,
kein Plan, keiner hatte das Sagen.
Doch dann ein Moment,
den keiner versteht, doch spürbar,
wie Neues entsteht.
Ein Wind, der weht, Altes vergeht,
und einer nach dem anderen aufsteht,
rausgeht.
Worte, die das Schweigen durchbrechen,
Hoffnung, statt leerer Versprechen.
Mut, der die Angst vertreibt,
ein Feuer, das in ihren Herzen bleibt.
Gottes Geist, der neue Wege zeigt,
der Worte findet, wo die Masse schweigt.
Und heute?
Heute wankt vieles, was sicher mal schien,
Gewohntes zerbricht,Menschen müssen fliehen.
Reisen wird unsicher, Grenzen werden dicht
– und selbst das „Amen“ hat kaum noch Gewicht.
Und mitten im Gehen, im Zweifel, im Bruch,
gibt es Menschen, die bleiben – und das ist genug.
Junge Stimmen, die sagen: „Ich geh nicht fort.
Ich suche, ich glaube, ich bleibe an diesem Ort.“
Ja zum Glauben, auch wenn nichts sicher scheint,
weil da einer ist, der mich sieht und meint.
Ja zu einer Kirche, die nicht perfekt ist,
doch lebt, weil da Hoffnung in Herzen sitzt.
Konfirmation – das ist dieses Trotzdem.
Andere gehen, drehen sich um,
doch junge Menschen sagen:
Jetzt erst recht – warum?
Weil Gottes Liebe nicht wankt, nicht bricht,
weil sie trägt und Licht verspricht.
Vielleicht ist genau das Pfingsten heut:
Gottes Geist, der leise Liebe verstreut.
Der verbindet, der zieht,
der uns zeigt, dass Hoffnung noch siegt.
Der nach vorne blickt, wenn alles zerfällt,
und uns daran erinnert: Wir sind nicht allein in dieser Welt.
Diakonin Yvonne Brysinski