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St. Petri und Pauli Bergedorf
St. Petri und Pauli Bergedorf

...dass es keine gute Idee ist Wachsflecken aus Textilien auszubügeln?

Leider passiert es immer wieder, dass beim Ausblasen der Altarkerzen Wachs auf den Altarbehängen landet. Ausbügeln führt besonders bei dickeren Wachsschichten dazu, dass sich das Wachs hauptsächlich großflächig in der Umgebung verteilt, anstatt spurlos im Löschpapier, das man beim Bügeln unter und über den Fleck gelegt hat, zu verschwinden.

Zwei Antependien, so nennt man die Gewebe, die vor dem Altar von der Platte herunterhängen, waren davon betroffen. Die Ratzeburger Paramentenwerkstatt hat es übernommen, das Wachs mechanisch zu entfernen und die verblichenen Kappen zu ersetzen. Kappen sind die farblich passenden Stoffbahnen, die an das kunstvoll gewebte oder bestickte Antependium genäht sind und es an der Altarplatte befestigen. Eine Kappe kann abgetrennt und gesondert gewaschen werden.

Unsere Gemeinde besitzt für die Festtage ein weißes, für Pfingsten, den Geburtstag der Kirche ein rotes, für die Passions- und Fastenzeiten zwei violette und für die lange, festlose Zeit zwei grüne Antependien. Nicht alle sind in Gebrauch, weil sie Schäden aufweisen. Das gilt auch für die zugehörigen fünf Pultbehänge.

In den 50er Jahren fand eine umfangreiche Renovierung der Kirche statt. Damals wurde auch der Altartisch erneuert und dann ein sehr großes Antependium, das nicht mehr vor den neuen Altarblock passte, ans Museum für Bergedorf und die Vierlande abgegeben. Eine gute Aufbewahrung des großen, schweren Textils war nach Einrichtung des Küsterraums mit Paramentenschrank für kleinere Behänge nicht mehr möglich.

Häufig wurden die schmückenden Gewebe gestiftet. Einer der grünen Behänge trägt eine entsprechende Bezeichnung. Ob es noch Nachkommen der Familie Brachmann in Bergedorf gibt?

Dr. Charlotte Klack-Eitzen