...dass fast jedes Wappen in unserer Kirche auf einen Stifter oder auf eine Stifterin hinweist?
Es gibt zahlreiche Wappen um und in unserer Kirche zu entdecken. Auf den Grabsteinen außen am Chor und auf den Epitaphien im Innern erinnern sie an wichtige Persönlichkeiten für Bergedorf und für die Gemeinde.
Die Wappen oben am Altar und an der Kanzel zeigen, von wem diese Ausstattungsstücke gestiftet wurden. Zwei weitere Wappentafeln gehörten zu den Bilderfolgen am Altar und im Brauthaus und weisen ebenfalls auf die Stifter hin. Sie wurden ans Museum abgegeben. Aber auch auf liturgischen Gegenständen sind Wappen angebracht. Häufig sind sie durch zusätzliche Beschriftungen zu identifizieren, aber manchmal bleiben die Wappen der einzige Hinweis auf den Stifter und müssen entschlüsselt werden.
Das gilt zum Beispiel für ein Wappen, das auf dem silbernen Beschlag der sogenannten Kurfürstenbibel mit Mühe zu erkennen ist. Diese Bibel ist die mittlere der drei Bibeln, die in der Vitrine im Brauthaus unserer Kirche gezeigt werden. Sie wurde 1692 „auff gnädigste Verordnung deß durchleuchtigsten Fürsten und Herrn Ernsts Herzogen zu Sachsen Jülich Cleve und Berg“ in Nürnberg verlegt.
Ihre Buchdeckel bestehen aus dunklem Holz, das mit silbernen Beschlägen geschmückt ist. In der Mitte ist das schon sehr abgenutzte Wappen angebracht. Das Kultur- und Geschichtskontor Bergedorf konnte mir weiterhelfen: „Es handelt sich um das Wappen der Familie Moller vom Baum, ein Hanseatengeschlecht, das im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Hamburger Bürgermeister, Ratsherren oder sogar Bergedorfer Schlossherren hervorbrachte – so Johann Moller, der von 1566 bis 1572 Schlossherr in Bergedorf war“. Und weiter: „Da das Wappen auf der Kurfürsten-Bibel von 1692 zu finden ist, könnte es sich beim Stifter etwa um Hieronymus Hartwig Moller (1641-1702) oder um Vincent Moller (1656–1737) handeln.“
Mit diesem Artikel endet meine Reihe „Wussten Sie schon“. Die Artikel können Sie aber hier nachlesen. Der Gemeindebrief wird in Zukunft von den vier Gemeinden des Kirchspiels herausgegeben. Vielleicht finden sich Autoren, die ihre Kirche oder besondere Ausstattungsstücke darin vorstellen möchten.
Dr. Charlotte Klack-Eitzen