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St. Petri und Pauli Bergedorf
St. Petri und Pauli Bergedorf
„Mein Herz schlägt für Menschen!”, sagt Friederike

„Ich komme aus dem Kuhstall“, sagt sie lachend. Der steht auf der Weserinsel Harriersand bei Bremen. Sie erzählt, dass sie ländlich geprägt ist, bodenständig und familienbezogen. „Uns wird von Zuhause viel mitgegeben, wir müssen selbst entscheiden, was uns lieb und wert ist und wovon wir uns eher trennen sollten.“ Sie trägt beides in sich: ihr Zuhause und die Offenheit für Neues, wie Klimaschutz und den eigenen Einsatz für die Welt. Die 70-Jährige hat zunächst ländliche Hauswirtschaft gelernt und ist 1973 zum Studium der Ernährung und Hauswirtschaft an der Fachhochschule Lohbrügge nach Hamburg gekommen. Nach einer Redaktionstätigkeit bei „Essen & Trinken“ suchte Friederike nach Sinnerfüllung und ging 1982 im Auftrag des Deutschen Entwicklungsdienstes in einen Slum von Nairobi (Kenia). Das erforderte großen Mut, den sie ganz offensichtlich hat. Während ihrer 6-jährigen Tätigkeit lernte Friederike in der deutschen Gemeinde ihren späteren Mann und seine Familie kennen. Nachdem dessen Frau an Krebs gestorben war, „fügte Gott uns zusammen“ und sie war plötzlich Ehefrau und Mutter von drei kleinen Kindern. Ihr Mann war weiterhin an der Deutschen Schule in Nairobi tätig, bis es für die Familie 1992 nach Dithmarschen ging. Dort leben sie bis heute auf einem kleinen Resthof inmitten von Kohlfeldern. Früher hatten sie auch Tiere; nach wie vor klingt es idyllisch, wenn sie von ihrem Gemüsegarten, der Streuobstwiese und dem Biotop mit Teich erzählt.

Die Liebe zu Ostafrika hat sie nie losgelassen, das Heimweh blieb. 2013 begann Friederike, sich in der Partnerschaft zwischen Helgoland und Sansibar (Tansania) zu engagieren, das ließ sie wieder Feuer fangen. Zu unserem Glück war 2017 in dieser Partnerschaft gerade eine Besuchspause, als wir FreundInnen aus unserer Partnergemeinde in Mbigili (Tansania) erwarteten. Pastor Andreas Baldenius hatte beim Zentrum für Mission und Ökumene nach jemandem mit Suaheli-Sprachkenntnissen gefragt. Friederike verbrachte daraufhin die drei Besuchswochen mit uns in Bergedorf. Seitdem ist sie Mitglied im Partnerschaftsausschuss unserer Gemeinde und bereichert diesen mit ihrer Persönlichkeit, ihrer Erfahrung, Übersetzungstätigkeit und herzlichen Art sehr. Lisa Querner sagt: „Ich durfte mit Friederikes Blick voller Liebe, Offenheit und Neugierde die Welt und Menschen besser kennenlernen. Menschen zu verbinden ist ein beeindruckender Teil von ihr.“ 2019 war sie Teil der Reisegruppe nach Mbigili und bereitet zurzeit den nächsten Besuch der Tansanier bei uns mit vor. Und das, obwohl sie durchaus viele andere Ehrenämter wahrnimmt: Kirchengemeinderat, Kirchenkreis- und Landessynode, Hospizarbeit, Besuchskreis für Senioren, Frauengruppe für Geflüchtete — die Liste ist lang. „Es geht mir um das Miteinander, das Füreinander-da-Sein, darum, dem anderen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.‟ Danke, dass dir bei deinen vielen Aufgaben auch unsere Partnerschaft ans Herz gewachsen ist!

Johanna Kilzer