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St. Petri und Pauli Bergedorf
St. Petri und Pauli Bergedorf
Staub und Spinnweben auf unserem Altar

...dass Staub Schäden verursachen kann? Im Oktober war der Altar in unserer Kirche eingerüstet. Zwei Diplomrestauratorinnen, Martina Schrei und Maja Rinck, haben die Schnitzereien entstaubt und lose Fassung gefestigt. Da kann man sich die Frage stellen, „Muss das sein? Heutzutage? In einer Zeit, in der das Geld überall knapp ist und wir sowieso andere Sorgen haben?“

Auf und in den kleinteiligen Schnitzereien, vom Strahlenkranz um das Haupt des Auferstandenen ganz oben bis zu den Engelsköpfchen ganz unten, setzt sich Staub und Schmutz ab, der bei erhöhter Luftfeuchtigkeit zu kleinen Polstern wird, in denen sich Mikroorganismen aller Art wohlfühlen. Auch Schimmel kann auftreten. Nahrungsgrundlage für diesen Befall ist der tierische Leim, der in der Grundierung der Bemalung enthalten ist. Pflegt man also das Inventar regelmäßig mit vergleichsweise geringem Aufwand entstehen weniger Schäden, die kostenintensiv restauriert werden müssen. Wir sagen also: Ja, das muss von Zeit zu Zeit sein. Vorgesehen ist ein Rhythmus von ca. fünf Jahren. 2016, nach Abschluss der umfassenden Kirchensanierung, wurde der Altar zum letzten Jahr Mal konservatorisch entstaubt. Das bedeutet, dass die gesamte geschnitzte und bemalte bzw. vergoldete Oberfläche gereinigt und gleichzeitig auf Farbschichtlockerungen kontrolliert wurde, die sofort gefestigt werden konnten, bevor es zum Verlust kam.

Inzwischen sind sieben Jahre vergangen. Es gab sehr warme Tage im Sommer, Heizperioden, und Tage mit sehr vielen Besuchern, die mit feuchten Mänteln in den Bänken saßen. Schwankungen der relativen Luftfeuchtigkeit waren unvermeidlich und teilweise erheblich. Im vergangenen Winter wurde die Heizung so weit wie möglich gedrosselt, denn die Gemeinde strebt an, im Jahr 2030 klimaneutral zu werden.

Wie hat der Altar das verkraftet? Das war unsere Frage an die Restauratorinnen. Ihre Antwort: „Es hat sich gelohnt, dass wir Temperatur und Luftfeuchtigkeit seit Jahren messen und uns bemühen, die Schwankungen gering zu halten, die Temperatur bei Bedarf nur allmählich erhöhen und wieder absenken und überhaupt mit wachsamen Augen den Zustand unserer Kirche im Auge behalten. Der Altar ist in einem guten Zustand."

Dr. Charlotte Klack-Eitzen