Header

St. Petri und Pauli Bergedorf
St. Petri und Pauli Bergedorf

(1. Kor. 16, 14)

All eure Dinge lasset in Liebe geschehen –
nicht aus Eigennutz oder Eigenschutz,
nicht aus Berechnung oder Neid,
nicht weil es dein Gewissen befreit.
nicht weil es dir in den Kram passt
oder du keine Alternative hast.

All eure Dinge lasset in Liebe geschehen –
mehr mit dem Herzen sehen,
versuchen, einander zu verstehen,
aufeinander zu zu gehen.

Wir sehen in der Welt, was passiert,
wenn statt Liebe der Hass regiert,
wie ein ganzes Land seine Heimat verliert,
den schrecklichen Alltag nur improvisiert,
weil gar nichts mehr funktioniert.
Wie Menschen unter Tyrannen leiden,
ihre eigenen Träume angstvoll meiden,
nichts mehr selbst entscheiden,
nur die, ohne Trauma, beneiden.

Mit einer geballten Faust
kann man nicht winken,
niemanden retten vorm Ertrinken.
Man kann nichts halten und nichts geben,
kann Händchenhalten nicht erleben.
Statt Hass brauchen wir Liebe in der Welt,
die erhellt, uns zusammenhält
und nicht zerfällt.

Die Liebe schaut nicht weg,
zieht keinen durch den Dreck,
lauert nicht im Versteck,
feiert kein prunkvolles Come-back.
Denn Gottes Liebe war schon immer da,
ganz nah und wahr, ohne viel Bla-Bla,
so wie sie ist, war sie schon vor dir da;
weil bei Gott die Liebe immer überwiegt,
den Hass besiegt, niemals versiegt,
einfach tief im Herzen liegt.

Gott, wie kannst du mich lieben
so wie ich bin?
Ich sehe ja oft selbst nicht meinen Sinn:
kann mich oft selbst nicht mehr verstehen
und du willst stets an meiner Seite gehen?
Ist das die Liebe, um die es geht?
Liebe, die größer ist,
als was man versteht?
Liebe, die einfach niemals vergeht?

Kann auch ich jedem mit Liebe begegnen,
und damit liebende Wege ebnen,
weniger fluchen, lieber segnen?
Mehr verzeihen als mich rächen,
Versprechen halten und nicht brechen.
Fairer sein, auch beim Streiten,
keine Grenzen überschreiten.
Kann ich auch mal weniger tun,
mich zurücknehmen, in mir ruh’n,
einfach passen,
mich an die eigene Nase fassen
und aus Liebe auch mal etwas lassen?

Dinge aus Liebe zu tun ist nicht leicht,
weil der gute Wille da nicht immer reicht,
doch das, was ich wirklich aus Liebe
mache, ist Herzenssache.
Ich muss keine Berge versetzen,
nur meinen Blick auf die Liebe setzen.
Liebe wird mehr, wenn man sie teilt,
sie ist mächtig und sie heilt,
sie ist DIE Hoffnung für unsere Welt,
wenn alles, was wir tun, Liebe enthält.

Diakonin Yvonne Brysinski