Wir haben lange mit den sozialen Einrichtungen gesprochen und uns nach den akuten Bedarfen hier vor Ort erkundigt, auch bei einer Krankenkasse haben wir nach deren Empfehlungen gefragt. So sagen wir allen Helfer*innen Folgendes:

Wir bitten alle, selbst in der eigenen direkten Nachbarschaft aufeinander zu achten und ggf. Unterstützung anzubieten, gerade bei Menschen, die keine Angehörigen haben, krank sind oder die sich isoliert haben. Das funktioniert sicher am besten, wenn kein "organisatorischer Wasserkopf" darüber ist. Vielleicht brauchen sie Lebensmittel oder Medikamente, oder einfach Zuwendung und ein offenes Ohr. Solltet ihr Menschen ohne Obdach begegnen, fragt sie, ob ihr ihnen vielleicht etwas zu Essen oder Trinken kaufen könnt. Bitte kauft abgepackte Waren. Vielleicht brauchen sie auch warme Kleidung, bestimmt aber ein freundliches Wort. Die meisten Gäste unseres Suppentopfs sind Menschen, deren Grundversorgung gesichert ist. Sie decken ihren zusätzlichen Bedarf über die Tafel. Hauptsächlich geht es ihnen aber um den sozialen Kontakt, dass sie regelmäßig zweimal in der Woche rauskommen und mit anderen sprechen können. Vielleicht schreibt daher euren Nachbarn, denen ihr vielleicht bisher nur ein Hallo zugeworfen habt, einen Brief oder eine Karte, bietet ihnen ein Telefonat an oder chattet mal miteinander.

Eine Empfehlung war, einem direkten Nachbarn, wenn er Hilfe braucht, kontinuierlich zu unterstützen, und nicht viele unterschiedliche zu "beliefern". So kann einer größeren Ausbreitung entgegengewirkt werden, sollte man selbst unbemerkt Träger des Virus sein. Wenn dies jeder, der dazu in der Lage ist, beherzigt, kann vielen Menschen in dieser Notzeit geholfen werden. Gehört ihr selbst zu einer Risikogruppe oder habt ihr die typischen Krankheitssymptome, solltet ihr davon absehen anderen zu helfen. Achtet auf alle empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen: 1,5-2m Abstand, Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Handhygiene. Stellt gekaufte Waren vor der Tür ab bzw. überreicht das Essen mit Abstand. Betretet nicht die Wohnung/das Haus. Nicht nur ihr seid gefährdet, sondern ihr könnt andere infizieren. Wir appellieren an eure Selbstverantwortung. Dennoch brauchen Menschen eure Unterstützung, besonders da viele sozialen Einrichtung den Betrieb einstellen mussten.

Einige suchen jedoch aktuell, besonders jüngere Menschen, da in einigen Einrichtungen die älteren ehrenamtlichen Helfer*innen ausgefallen sind: Bitte wendet euch an Einrichtungen wie die Hamburger Tafel oder an die Bergedorfer Engel. Sie können als "Profis" ganz andere Schutzmaßnahmen bieten. Besonders in der Hamburger City ist die Not der Obdachlosen am Größten. Dort sind Einrichtungen wie die Alimaus geschlossen, der Duschbus fährt nicht mehr, die ca. 300 Menschen Obdachlosenunterkunft in der Friesenstraße sind in Quarantäne und die Hinz&Kunzt-Verkäufer sollen nicht mehr verkaufen.

Seid behütet und bleibt gesund!