... und wie du dich bemühst. Ich wertschätze dich und dein Tun. Ich sehe, wie du deinen Alltag meisterst, und weiß, wie du dich gerade fühlst. Ich liebe dich genau so, wie du bist."

Einen solchen Zuspruch hören wir selten und doch sind es genau die Worte, die wir uns wünschen zu hören; Worte, die so guttun.

"Du siehst mich" ist das Motto für den Kirchentag vom 24. bis 28. Mai 2017 in Berlin und Wittenberg. Einen Kirchentag, der dazu beitragen will, dass Menschen einander sehen, egal, woher sie kommen, wie sie aussehen, wie sie glauben und mit welcher Vergangenheit sie aufeinander treffen. Eine der wohl größten Herausforderungen in der heutigen Zeit.

Oft lassen wir uns blenden und beeinflussen von Äußerlichkeiten. Wir beurteilen und verurteilen in Sekundenschnelle das, was wir sehen oder das, was wir meinen zu sehen. Wir schauen schnell drüber hinweg, denken uns den Rest anstatt richtig hinzusehen; anstatt hinter die Fassade zu schauen, um den Kern einer Sache oder das wahre Innere eines Menschen erkennen zu können. Um so deutlicher und wichtiger diese drei kleinen Wörter, mit denen Gott es uns zeigt: "Du siehst mich!"

Sehen, ansehen, anerkannt und gewertschätzt sein – akzeptiert und angenommen werden: Drei kleine Wörter und doch so viel mehr!

Gott, so heißt es im 1. Buch Mose 16,13, gebe Hagar diesen Zuspruch. Sie ist auf der Flucht, unschuldig, einsam, verzweifelt, vielleicht wütend und hoffnungslos. Gottes Worte geben ihr Kraft und Mut. Sie weiß, es ist nicht alles umsonst. Sie fühlt sich verstanden.

Drei kleine Wörter, mit denen Gott auch jedem von uns versicherte: "Ich sehe, was du leistest und wo du ungerecht behandelt wirst. Ich sehe, dass du einzigartig bist. Ich sehe dich!"

Diakonin für Jugendarbeit
Yvonne Brysinski