Alex Theis

„Ich mag Menschen furchtbar gerne.“ Mit der Motivation, Menschen helfen zu wollen, kam Frau Eckert-Riecke vor über zwanzig Jahren in den Diakonie-Ausschuss unserer Gemeinde. Geplant war sie für den Kirchenvorstand, dafür war aber nicht genug Zeit. Denn wenn sie etwas macht, dann macht sie es voll und ganz - halbe Sachen sind nicht ihr Ding. Aber der Suppentopf, das wurde ihr Ding!

Gemeinsam mit unserer damaligen Pastorin Christiane (damals noch) Zink gründete sie im Rahmen des Diakonie- Ausschusses diese wunderbare Einrichtung, bei der Menschen zweimal die Woche eine warme Mahlzeit erhalten. Sie sei da irgendwie so reingerutscht – heute leitet sie nicht nur den Suppentopf, sondern ist auch Vorstandsmitglied der Bergedorfer Tafel.

Dabei hat sie nicht Personalmanagement gelernt, sondern ist Volks- und Realschullehrerin. Die Arbeit hat sie geliebt, sie jedoch nur ein Jahr ausgeübt, da ihr zweites Kind bereits ein Jahr nach dem Zweiten Staatsexamen die Familie vergrößerte. Gemeinsam mit ihrem zweiten Mann hatte sie eine bunte Kinderschar: neben ihren drei Kindern brachte ihr Mann vier mit in die Ehe, dann wurden die Arme für zwei weitere Kinder geöffnet, als die Schwester ihres Mannes starb. So hat Frau Eckert-Riecke neun Kinder, fünfzehn Enkelkinder und ein Urenkelkind. Wenn sie im August ihren 70. Geburtstag feiert, kommt eine große Runde zusammen. Fröhlich erzählt sie mir, wie sie Weihnachten in ihrem Haus mit 36 Familienmitgliedern und vier Gänsen gefeiert haben – „und das war immer so schön!“

Vor einem halben Jahr ist Frau Eckert-Riecke erneut Witwe geworden und möchte „dafür als Hälfte weiterleben, was wir vorher als Ganzes zum Ziel hatten: anderen nicht schaden, Gutes tun, einfach leben und Zeit für die Familie und Freunde haben“. Das setzt sie zum Beispiel bei einem Oma-Kind-Tag um, bei dem sie mit ihrer jüngsten Enkelin zum Turnen geht. Außerdem ist Frau Eckert-Riecke begeisterte Island-Urlauberin, macht gerne lange Spaziergänge, beobachtet Vögel, liest sehr gerne und liebt klassische Musik. Sie hat eine sehr gewinnende, positive Ausstrahlung und steckt voller Energie und Tatendrang. „Ich habe es selber so gut und möchte anderen etwas davon abgeben.“

Johanna Müller