Musik und Texte

Schon 600 mal heißt es „Freitags halb sieben in Bergedorf, Musik und Texte in St. Petri und Pauli“. Viele Menschen kommen regelmäßig zu dieser Veranstaltung. Das ist ein toller Erfolg. Deshalb habe ich Herrn Harder gebeten, einmal etwas zur Geschichte von „Musik und Texte“ zu berichten.“

Herr Harder, wer hatte eigentlich die Idee zu Musik und Texte?

Ins Leben gerufen wurde die Reihe „Musik und Texte“ am 4. Dezember 1998 vom damaligen Kantor Hoffmann und Pastorin Eilrich. Als beide St. Petri und Pauli Bergedorf verließen, sorgten Ursula Tenne und ich dafür, dass auch weiterhin jeden Freitagabend ab 18.30 Uhr zu dieser Veranstaltung eingeladen werden konnte.

Dieses Angebot unserer Kirche hat in diesen vielen Jahren viele Stammgäste. Hat es in dieser ungewöhnlich langen Zeit auch Probleme gegeben?

Als im Herbst 2005 die Kollekten bei „Musik und Texte“ so gering waren, dass das Ende der Veranstaltungsreihe drohte, trafen sich ehrenamtliche Vorleser im Hasse-Haus, um über die Rettung zu beraten. Dabei fragte mich Ursula Tenne, ob nicht wir zwei die technische Seite in die Hände nehmen könnten. Sie wollte die Schreibarbeiten übernehmen, und ich sollte Vorleser für jede Veranstaltung anwerben.

Das war bestimmt eine Menge Arbeit. Wie ist Ihnen dieser Aufschwung gelungen?

Uns war klar, dass vor allem konsequent geworben werden musste. So kam es zu dem ständigen Aushang im Schaukasten, der alle 14 Tage aktualisiert wird. Auf der Rückseite des Programmzettels geben wir jeweils eine Vorschau auf die nächsten Veranstaltungen. Und nach einem Gespräch mit der Presse werden regelmäßig Hinweise auf „Musik und Texte“ abgedruckt. Außerdem werden die Besucher seit 2006 zu Beginn jeder Veranstaltung herzlich begrüßt. Und es wird auch oft darauf hingewiesen, dass „Musik und Texte“ ausschließlich von der Kollekte des jeweiligen Abends abhängt. Fast alle Berufsmusiker erwarten schließlich ein Honorar.

Wie können überhaupt die Kontakte zu immer neuen Musikern hergestellt werden?

Das ist wirklich nicht immer einfach und oft sogar mühsam. Ursula Tenne wurde zur Anlaufstelle und Koordinatorin für die Musiker. Dank der Tätigkeit ihrer Tochter Angela Tenne im Rahmen der Jugendmusikschule wurden wir wiederum zum Forum für viele junge Musikschüler. Aber daneben müssen natürlich immer wieder Musiker angesprochen werden, ob sie bereit sind, für etwa 20 Minuten bei uns aufzutreten.

Und wie verhält es sich mit den Texten?

Wir haben einen festen Stamm von etwa 15 Frauen und Männern, die die Texte ehrenamtlich vortragen. Zumeist mühen sie sich lange, einen passenden Text zu finden und den auch noch so zu kürzen, dass er in etwa zweimal fünf Minuten vorgelesen werden kann.

Wie ist die Resonanz Ihrer Zuhörer auf diese wöchentlichen Darbietungen?

Erfreulicherweise erkennen wir schon lange ein Stammpublikum unter unseren Besuchern. Und diese Menschen hören uns nicht nur andächtig zu, sie tragen auch immer wieder aktiv dazu bei, dass diese Veranstaltungsreihe weiterhin bestehen bleiben kann. Als ein Beispiel möchte ich die verstorbene Ruth Petersen-Jastram nennen. Für ihre Todesanzeige verfügte sie, dass statt Blumen und Kränzen eine Spende für „Musik und Texte“ gegeben werden sollte. Durch diese Unterstützung konnten wir das neue Klavier finanzieren, das natürlich nicht nur uns, sondern der Kirchenmusik insgesamt zur Verfügung steht. Sie spüren vielleicht, dass wir recht stolz auf das bisher Erreichte sind, und wir sind dankbar über die Spenden, die wir bekommen haben.

Da können Sie wirklich stolz sein. Auch der Kirchengemeinderat weiß Ihre unermüdliche Arbeit zu schätzen. Zur 600. Vorstellung von „Musik und Texte“ dankt der KGR im Namen der ganzen Gemeinde Ursula Tenne, Ihnen und der Arbeitsgruppe für Ihr großartiges Engagement. Wir freuen uns bereits auf die Veranstaltungen im kommenden Jahr. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie noch lange Spaß an der Organisation der Veranstaltungen haben.

Das Interview führte Frau Dr. Nicole Knaack mit Herrn Claus Harder.