Von zwei Kirchenbau-Projekten berichten unsere Partnerinnen und Partner in Mbigili mit ganz unterschiedlichen Gefühlen:

Zunächst wurde begonnen, im ursprünglichen Dorfkern Mbigili (der genauso heißt wie der Zusammenschluss der zehn Unterbezirke) eine weitere Filial-Kirche zu bauen. Nur einmal im Monat wird der Gottesdienst zentral in der großen Kirche gefeiert; an den übrigen Sonntagen mutet man den Gläubigen die z. T. stundenlangen Wege nicht zu. Evangelisten und Evangelistinnen – ein bisschen vergleichbar unserer Prädikantin – feiern mit den Teil-Gemeinden dezentral.

Kurz nach unserem Besuch im Juli und August 2019 hat man dann – alles ehrenamtlich! – in der Zentralkirche alle Bänke herausgenommen und den nackten Estrich- Boden aufgehackt, um ihn mit Kacheln neu zu schließen und den Kirchenraum dadurch schöner zu machen.

Während das Verschönerungs-Projekt munter voranschritt, brach ein Starkregen- Sturm über die Region herein, der den Rohbau der neuen Kirche nahezu zerstörte. Zum Glück wurde niemand verletzt! Aber wertvolles Material und unzählige Handarbeits-Stunden sind dahin. Werden doch auch die einzelnen Steine aus lehmiger, mit Zement vermischter Erde gepresst und viele Wochen getrocknet.

Dass ein Sturm einen Rohbau oder auch ein fertiges Gebäude beschädigt, kennt man in Mbigili. „So etwas haben wir aber noch nicht erlebt“, sagt State Mwaikusi. Und auch Mwasakifwa, der immerhin 85 Jahre Entwicklung überblickt, ist sich sicher, dass dieser Sturm ein trauriger Höhepunkt einer neuen und rasanten Entwicklung ist. Die Überhitzung des Klimas führt eben auch dort, wie bei uns, zu extremen Wetterphänomenen. Nur dass die dortige Bausubstanz und Infrastruktur dem noch viel weniger gewachsen ist. Es ist höchste Zeit, unseren CO2-Ausstoß zu stoppen!

Die Zentral-Kirche ist aber glücklicherweise fertig geworden: Froh und stolz haben alle mit angepackt, geputzt, die Bänke wieder eingeräumt und Einweihung gefeiert mit einem glanzvollen Gottesdienst.

Pastor Andreas Baldenius
für den "Ausschuss Partnerschaft und Ökumene"
des Kirchengemeinderates