„Es liegt mir am Herzen, ein bisschen was von der Hilfe, die ich bekommen habe, zurückzugeben.“ Torsten Schröder, Spitzname Toddi, ist drei Tage die Woche für die Bergedorfer Tafel im Einsatz. Montags als Fahrer, dienstags und donnerstags bei der Ausgabe. Viele von Ihnen haben ihn bestimmt schon gesehen, wie er draußen die wartenden Menschen betreut und zur Ausgabe lotst.

Da werden Nummernschilder hochgehalten und Nummern ausgerufen, mal auf Deutsch, mal auf Englisch. Ab und an fragt Toddi in der Schlange der anstehenden Menschen nach einem Dolmetscher, wenn weitere Sprachen nötig sind. Da muss man dann schon mal flexibel sein, sagt er. Er versuche, positiv offensiv auf die Leute zuzugehen, das klappe fast immer gut. Seit zwei Jahren ist er ehrenamtlich bei der Bergedorfer Tafel aktiv. Freude habe er besonders an den Teams – das seien alles ganz nette Leute hier. Aber nach so einem Tag, der von 8.30 bis 15 Uhr geht, „weiß man, was man gemacht hat – ich mach’s liebend gern“.

Seit 2017 lebt der gebürtige Mecklenburger in Bergedorf und möchte hier alt werden. Diese kleine Stadt in der Stadt hat es ihm angetan, der Umgang mit den Menschen sei hier einfach anders. Von sich selbst sagt Toddi, er sei „geborener Heide“, akzeptiere aber alle Konfessionen. Er sieht den Menschen an, nicht die Herkunft oder den Glauben: „Wer Hilfe braucht und ich das leisten kann, dem helfe ich.“ Durch die räumliche Nähe und die Arbeit bei der Tafel kam Toddi mit unserer Gemeinde in Kontakt. Charlotte Klack-Eitzen fragte ihn, ob er bei unserem Martinsmarkt mit anpacken könne, außerdem gehe er Sascha Meyer gerne zur Hand – „ein ganz toller Mensch ist das!“ – und trägt auch Gemeindebriefe mit aus. Als Andreas Baldenius ihn nach dem Ausfall eines Austrägers darauf ansprach, sagte er schlicht: Natürlich, ich habe Zeit dafür. Neulich gab es einen Gottesdienst auf dem Kirchvorplatz, da hat er sich dann aus Interesse auch mal dazugesetzt. An der Gemeinde gefällt Toddi die offene und freundliche Arbeit für alle, die gerade etwas brauchen. Keiner werde abgewiesen. „Ich sehe, es wird hier was für die Leute getan, das gefällt mir gut.“

Toddi ist zurzeit arbeitssuchend, seine Tätigkeit als Lkw-Fahrer kann er auf Grund von Sehschwierigkeiten nicht mehr ausführen. Neben dem Fahrradfahren verbringt er seine freie Zeit gerne bei der Tafel. Am liebsten wäre ihm deshalb ein Hausmeisterjob, bei dem noch ein bis zwei Tage pro Woche für die Tafel bleiben. Denn ganz aufhören möchte er hier nicht, so viel steht fest. Toll, dass es so offene und fröhliche Menschen wie Toddi gibt, der seine Zeit und Energie gerne dafür einsetzt, anderen zu helfen. Danke dafür!

Johanna Kilzer