Mit der Adventszeit beginnt nach „unserer“ Zählung das neue Kirchenjahr. Die Ereignisse in diesen Monaten sind dicht und logisch miteinander verknüpft: Die Adventszeit ist eine Fastenzeit, in der wir uns auf die Ankunft Jesu Christi vorbereiten. In der Weihnachtszeit feiern wir die Menschwerdung Gottes. Die Erscheinung des Göttlichen in der menschlichen Person Jesu Christi und dessen Wirken hat die Epiphaniaszeit im Blick. Die Vorpassionszeit erzählt uns Geschichten, die uns zeigen, wonach Gott sein Handeln ausrichtet.

In einem Chat einer Pastorengruppe stellte einer beim Durchblättern eines neueren Katechismus fest, wie theologisch „wir“ reden. Er fragte sich, wer denn so im Alltag spricht, wer das versteht. Ohne eine gewisse Vorkenntnis wird eher an ein Binnenpublikum gedacht.

Wenn ich allein die (möglichen) Deutungen dieser Kirchenjahrtage sehe, kann ich seinen Gedanken gut nachvollziehen. Beim Taufunterricht fällt mir auf, wieviel Bilder und Wendungen ich gedankenlos verwende – und wie verständnislos mich manche Gesichter dann anblicken. Wenn ich dann erläutere, kommt ein müdes Nicken oder zumindest ein interessiertes „Aha“. Spannend wird es erst, wenn ich frage: „Was hat das alles mit deinem Leben und Glauben zu tun? …dass Jesus für dich kommt; dass Gott deinetwegen Mensch wurde; dass sich Gott dir durch Jesus wundervoll offenbart; dass Gott dir zeigt, wie dein Weg mit ihm aussehen kann?“

Ich finde, dass es dem Kirchenmusiker und Diakon Heinz Martin Lonquich gut gelungen ist, die Kirchenjahrtage, die uns jetzt begegnen, einen Kern unseres Glaubens, in seinem Lied lebendig werden zu lassen:

Hoffen wider alle Hoffnung,
glauben, dass es dennoch weitergeht.

Lieben,
wo es beinah nicht mehr möglich,
damit die Welt auch morgen noch besteht.

Fühlen, wo Gefühle sterben,
Licht sehn, da wo alles dunkel scheint.

Handeln,
anstatt tatenlos zu trauern,
trösten auch den, der ohne Tränen weint.

Wach sein,
Zeichen klar erkennen,
helfen trotz der eignen großen Not.

Aufsteh'n gegen Unrecht,
Mord und Lüge, nicht einfach schweigen,
wo die Welt bedroht.

Trauen dem, der uns gesagt hat:
„Seht doch, ich bin bei euch alle Zeit.“
Mit uns ist er auch in unserm Suchen,
bis wir ihn schau‘n
im Licht der Ewigkeit

Ich wünsche uns, dass wir durch das Jahr hindurch immer wieder neu getragen und gestärkt werden durch die Gemeinschaft und Gottes Wort an uns.

Pastorin Chang-Mi Dallat