Rabbiner Jehoshua Ahrens:
„Partikularismus und Universalismus im Judentum“

am Mittwoch, dem 19. Februar 2020, um 19:30 Uhr
im Petri-Saal des Gemeindehauses · Bergedorfer Schloßstr. 5 · Bergedorf
Der Eintritt ist frei.

Das jüdische Volk wird in der Bibel als von Gott auserwähltes Volk bezeichnet. Das führte immer wieder zu Missverständnissen und Hass gegen Juden und zu dem Vorurteil, Juden meinten, sie seien etwas Besseres und wollten sich von anderen abgrenzen.

Die Bedeutung des Auserwähltseins und die Rolle des jüdischen Volkes stellen sich allerdings ganz anders dar. Zwar geht Gott hier von der universalen Ordnung zum Partikularen und sondert eines der Völker von den anderen ab, aber gleichzeitig wird eben gerade dieses Volk eine besondere Belastung haben und die Verantwortung tragen müssen, alle anderen Völker zu segnen. Hierin besteht die feste Verbindung des jüdischen Partikularismus und des jüdischen Universalismus. Beides geht nur miteinander.

Folgerichtig ist der Bund, den Gott mit dem Volk Israel am Sinai schließt, nicht der einzige Bund, der in der Tora vorkommt. Der Partikularismus des Sinai-Bundes mit Israel kann nur im Zusammenhang mit dem Universalismus des Noachidischen Bundes verstanden werden, der die ganze Menschheit betrifft: Gott schließt nach der Flut mit Noah und seinen Nachkommen einen Bund, verlangt dabei aber nur eine kleine Anzahl grundlegender ethisch-moralischer Regeln.

Der Vortrag von Rabbiner Jehoshua Ahrens wird wichtige Aspekte des jüdischen Universalismus beleuchten und aufzeigen, dass das Judentum einen weltzugewandten Pluralismus vertritt und sehr tolerant gegenüber anderen Religionen ist. Rabbiner Ahrens ist Mitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland und Direktor für Zentraleuropa des Center for Jewish-Christian Understanding and Cooperation.

Für sein Engagement im jüdisch-katholischen Dialog wurde ihm 2017 von Papst Franziskus persönlich die Päpstliche Medaille verliehen.

Team der AGCJD

Informationen zur Arbeitsgruppe Christlich-jüdischer Dialog