Ein Ziel: ein Sozialkaufhaus soll her! Ein Bedarf: Anfangskapital und Raum. Ein Projektpaar: Gabi Fenske und Ruth Wenzel. Ein Wettbewerb: „Anstiften! 50 Impulse für Hamburg“ der Körber-Stiftung anlässlich ihres 50jährigen Jubiläums. Eine Jury: Leitung Jörg Pilawa. Ein Erfolg: je 5.000 € von der Stiftung und vom Unternehmen Pilawa

Dieses schöne Startkapital ermöglichte es, die Räumlichkeiten, die uns von der Familie Rödinger in der alten Tabakfabrik an der Bergedorfer Schloßstraße vermietet wurden, so umzubauen, dass in zwei großzügigen Räumen ein Laden eröffnet werden konnte. Viele heimische Handwerksbetriebe haben ihn mit ihrer Arbeit und auch durch Sachspenden unterstützt.

Die Gemeinde konnte während des Martinsmarktes 2009 die Räume bereits in Augenschein nehmen, weil dort schon die Kleider verkauft wurden. Alles andere wurde in den darauf folgenden Wochen eingeräumt. Die festliche Eröffnung erfolgte am 28. November 2009, begleitet vom Neubrandenburger Posaunenchor.

Die Gemeinde Petri und Pauli ist traditionell die Gemeinde des gutbürgerlichen Stadtviertels Alt-Bergedorf. Wir wollen aber nicht die Augen davor verschließen, dass es auch in unseren Gemeindegrenzen und darüber hinaus in Bergedorf viele Obdachlose, Bedürftige und schlecht versorgte Menschen gibt. Auch wenn es sich eigentlich um staatliche Aufgaben handelt, gehört es zu unserem diakonischen Auftrag, den Mitmenschen zu helfen, die oft am Rand leben und nicht gesehen werden oder auch nicht gesehen werden wollen.

Mit dem oben beschriebenen Projekt gelingt dies in besonderer Weise. Durch die gemeinsamen Öffnungszeiten von Suppentopf und Ausgabestelle der Bergedorfer Tafel im Gemeindehaus und dem nebenan gelegenen „Petri und Pauli-Laden“, kann auf unaufgeregte Weise den Menschen, die es wirklich nötig haben, auf vielfältige Weise geholfen werden, ohne dass sie ihre Würde verlieren. Im Laden können sie stöbern und genauso einkaufen wie alle übrigen Bergedorfer und müssen sich nicht zurückgesetzt fühlen.

Den ehrenamtlichen Damen und Herren im Laden unter Federführung von Ruth Wenzel ist es zu verdanken, dass dies möglich ist. Ihr Einsatz zeigt, dass auch heute der dauerhafte engagierte Einsatz unter Einbringung von Zeit, Kraft und Geld für die schwächeren Mitmenschen bewusst gewählt wird und diese Arbeit nicht nur dem Anderen, sondern auch einem selbst große Befriedigung, Freude und Spaß am geselligen Miteinander mit anderen netten Menschen verschafft.

Nicht in Vergessenheit geraten soll auch der ebenfalls ehrenamtlich tätige Vorstand des Trägervereins. Großer Dank gebührt auch den vielen Menschen die uns ihre Sachspenden bringen, ohne diese funktionierte der „Laden“ natürlich auch nicht.

Der Kirchengemeinderat ist dankbar für den nachhaltigen Erfolg dieses damaligen Projektes und dankt allen Aktiven für ihren nimmermüden Einsatz. Wir freuen uns, dass dieser schon 10 Jahre anhält und wünschen für die kommenden Jahre alles Gute und weiter viel Erfolg!

Tyll Eitzen, Vorstandsmitglied des Trägervereins
und Wolfgang Müller, Vorsitzender des Kirchengemeinderats

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