„Mir ist es wichtig, Kindern zu vermitteln, dass sie alles lernen können.‟

Volker Glade ist häufig auf einem seiner vielen Spaziergänge durch Bergedorf zu treffen – aber nicht nur da, er ist auch ein regelmäßiger Gottesdienstbesucher. Besonders schätzt er das gemeinsame Singen in der Kirche. In der letzten Zeit geht er auch ab und zu in den Gottesdienst von St. Marien, um seinen jüngsten Enkel bei seinem Dienst als Ministrant zu begleiten.

Apropos Enkel – davon hat Volker vier, im Alter von 11 bis 21 Jahren. Da seine Tochter mit ihrer Familie in Bergedorf wohnt, ist der Hannoveraner 2013 ebenfalls nach Bergedorf gezogen. Ihm fehlte die Nähe zur Familie, außerdem stellte die gegenseitige Unterstützung einen wichtigen Aspekt dar.

Nach dem Umzug führte es Volker zu unserer Gemeinde und auch zu unserem Gesprächskreis – seit 2013 ist er ein treues Mitglied und bereichert diesen enorm. Immer wieder bringt er dort sein Wissen auch über andere Religionen ein. Für Volker sind alle Religionen ein Ausdruck Gottes, in jeder wird seiner Auffassung nach aufgeschrieben, was Menschen mit Gott erlebt haben. Natürlich würden sich die Religionen im gelebten Alltag unterscheiden, allerdings nicht so sehr in ihrem Wesen als Religion. Besonderes interessiert ist Volker am Judentum als Ausgangspunkt des Christentums – daher ist ihm auch der christlich jüdische Dialog sehr wichtig. Gerne besucht er die Veranstaltungen und hat auch Lust, sich dort ehrenamtlich zu engagieren.

Engagiert hat er sich auch in seiner Hannoveraner Gemeinde, dort besuchte Volker die Altkatholische Kirche. Seinen Eltern war es suspekt, dass er nach dem Konfirmandenunterricht gerne sonntags den Gottesdienst besuchte, sie hatten Angst davor, dass er zu fromm werden könne. Er selbst hat den Glauben hingegen immer als konstante Stütze und Bereicherung in seinem Leben empfunden.

Volker hat in seinen 68 Lebensjahren ein beeindruckendes Wissen angesammelt, er hat Deutsch und Geschichte auf Lehramt studiert und eine Ausbildung zum Übersetzer in Englisch und Französisch absolviert.

Aktuell arbeitet er als Nachhilfelehrer bei der Schülerhilfe und unterstützt Kinder diverser Altersklassen in allen Fächern, in denen gerade Bedarf besteht. Volker ist es wichtig, Kindern zu vermitteln, dass sie alles lernen und auch in den schwächeren Fächern Freude entwickeln können. Neben dem Unterricht liest und diskutiert er gerne, unter anderem im Literaturkreis des Haus im Park.

Außerdem besucht er gerne unsere Reihe „Musik und Texte“. In Bergedorf alt zu werden, darauf freut Volker sich – er mag die kleinstädtische, gemütliche Atmosphäre und die Gelassenheit der Leute. Diese auch für sich weiterhin zu bewahren, wünsche ich ihm!

Johanna Kilzer