Liebe Gottesdienstbesucher und -besucherinnen!
Welche Farbe hat der Israelsonntag am 25. August? Schwarz oder violett zum Gedenken an die Zerstörung des Tempels in Jerusalem und aus Trauer darüber, dass die meisten Mörder der Juden getaufte Christen waren?

Oder ist er doch eher grün – die Farbe für die Dreifaltigkeit und alle Fragen über das Verhältnis unserer Kirche zum Volk Israel?

Oder ist der Israelsonntag weiß wie die Christusfarbe – denn es geht in diesem Gottesdienst um den Messias aus Israel. Denn an diesem Sonntag erinnern wir uns auch daran, dass Jesus Christus, der Heiland der Welt, als Jude ins Dasein trat. Die Farbe Weiß könnte unsere Demut bezeugen. Denn es tönt nicht nur weihnachtlich „Bethlehem, Du kleine Stadt“ und „Eia“ und „Susanni“ zur Geburt des jüdischen Kindes in der Krippe, es geht auch um dieses kleine, in großer Liebe von Gott erwählte Volk Israel (5. Mose 7,7f).

Und wie wäre es mit rot? Rot ist die Farbe der Reformation. Mit dem jüdischen Glaubensbekenntnis auf den Lippen gingen unzählige Juden im Holocaust in den Tod. Eine bußfertige Kirche, die nicht vor den eigenen Taten erschrickt, sondern sich dazu bekennt und sie bewältigt, ist auch heute bereit zur Veränderung und zur Reformation.

Die Arbeitsgruppe Christlich-Jüdischer Dialog in St. Petri und Pauli lädt zum Gottesdienst am Israelsonntag ganz besonders herzlich ein. Und wenn Sie in die Kirche kommen, zeigen Sie gern Farbe: violett, grün, weiß oder rot!

Ihre Prädikantin Dr. Nicole Knaack,
stellvertretend für die Mitglieder der Arbeitsgruppe