Er ist seit einem knappen Jahr Teil unserer Gemeinde. Seitdem ist er auf der Suche nach dem richtigen Platz – für sich, für die Gemeinde, für Gott. Einen hat er in der Time Out-Gruppe der jungen Erwachsenen gefunden. Gerade schnuppert er bei unserem Gesprächskreis rein. Und mit Chang-Mi gepredigt hat er auch, über das Gleichnis vom Sämann. Das war bei weitem nicht seine erste Predigt, denn Tobias ist Pastor. Und Hausmann. Und bis vor kurzem Paketfahrer. Und arbeitet bei Schellhorn. Aber etwas mehr der Reihe nach. Tobias ist von Haus aus Baptist und hat in Marburg Theologie studiert.

Er wollte landeskirchlicher Pastor werden. „Ich wollte als Pastor mit Menschen in Kontakt kommen und nicht immer erklären müssen, dass eine Freikirche keine Sekte ist.“ Das Studium hat er als sehr angenehm empfunden; durch verschiedene Abwägungen hat er sich aber doch dazu entschieden, dieses zu beenden und stattdessen ein fünfjähriges Predigerseminar der Freien ev. Gemeinden in Ewersbach/ Hessen zu absolvieren. Tobias sagt, dass er in der kleinen Landgemeinde seiner ersten Stelle in der Nähe vom Sauerland seine schönste Zeit als Pastor verbracht hat. Anschließend war er in Wuppertal und dann in Bergedorf als Pastor tätig. Von Anfang an hat er immer den Kontakt zur Landeskirche und der Ökumene gepflegt. Diese Tatsache bereitete nach seinem Weggang aus der Freikirche den Weg zu unserer Gemeinde. Denn durch die Ökumene hat er Andreas Baldenius kennengelernt, den er als Freund und Pastor schätzt. Tobias setzte sich bei uns in den Gottesdienst, begegnete Menschen und Gott. Nach einiger Zeit wollte er nicht mehr nur zuhören, er ist unser Gemeindemitglied geworden und wollte sich einbringen. Das war nicht so einfach, wie er es aus der Freikirche kennt. Lachend sagt er: „Ihr – oder nun ja wir – sind es vielleicht eher gewöhnt, Leuten hinterher zu laufen, die nichts von uns wollen. Wenn dann einer kommt, der sich anbietet, ist das wohl ungewohnt.“ Dabei ist es nicht so, dass Tobias lediglich seine Erfahrung als Pastor und die damit verbundenen Fähigkeiten einbringen möchte, er arbeitet auch gerne mit den Händen oder springt spontan ein, wo Not ist und es seine Zeit zulässt.

Die Tage sind gefülllt mit Kochen, Renovieren und Arbeiten. Der 46-jährige Berliner lebt mit seiner Frau, den beiden jüngeren der drei Kinder und Charly, dem Familienhund, in Wentorf. Wenn er dann doch mal Zeit übrig hat, geht er spazieren, guckt gerne gute Filme und hat Freude an Poetry- Slams.

Wer Lust hat, mehr zu erfahren, kann auf seiner Website www.hirtengelb.de stöbern. Tobias würde sich freuen, mit Gemeindemitgliedern in Kontakt zu treten. „Habt keine Angst vor dem Anderen, sprecht mich an, ladet mich ein und fragt mich Sachen!“ Wenn man ihn nach einem Stichtwort zu sich fragen würde, würde er wohl sagen: Suche. Ich wünsche Tobias, dass er seinen Platz in unserer Gemeinde findet und bei uns ankommt.

Johanna Kilzer