Erleben wir Gott nur in der Kirche oder ist er auch jetzt, während Sie diesen Beitrag lesen, dabei? Ich spüre den Heiligen Geist immer wieder in Alltäglichem: Da ist die Rücksichtnahme eines anderen Menschen beim Einsteigen in die S-Bahn, beim Spurwechsel auf der dichtbefahrenen B5 gibt es ein dankendes Handzeichen oder das direkte Wort zum Urlaubsbeginn: „Ich wünsche dir schöne Tage und Gottes Segen“. Das erfüllt mich mit Wärme.

„Ich habe den Eindruck, dass es bei freundlichen Menschen leichter ist, Gott in ihnen zu sehen.“ schreibt mir jemand per Twitter*. Vielleicht helfen uns die unfreundlicheren Zeitgenossen und nicht so schönen Geschichten unseres Lebens aber auch? Vielleicht sagt Gott uns dadurch, dass wir nochmal darüber nachdenken sollen, dass wir prüfen sollen oder, dass wir energischer sein dürfen. Trotz Widerstand und Gegenrede dürfen wir. Es muss nicht allen Menschen gefallen. Vielleicht fragt uns Gott, ob wir sicher sind, dass es Ihm gefallen wird, handeln wir dabei in christlicher Haltung? Und ist es nicht wunderbar, wenn wir bestimmte Situationen, in denen wir eigentlich garstig gewesen wären, ruhig und friedvoll meistern können?

Ich spüre Gott immer dann, wenn ich mich als Christ zu erkennen gebe. In Gesprächen, in denen damit keiner rechnet. In denen ich eine bestimmte Haltung vertrete. Ganz unabhängig vom Thema. Und tatsächlich glaube ich daran, dass der Heilige Geist dazu anleitet und meine Gedanken beeinflusst. Ich erkenne in Nachbarn, die vor Jahren ein Kind als Pflegekind in die Familie aufgenommen haben, die Liebe Gottes.

Gott ist nicht nur in der Kirche. In der Kirche erleben wir Ihn durch die Gemeinschaft, durch unsere Lieder, Rituale und in der Predigt. Spüren können wir Gott immer und an jedem Ort. Am stürmischen Meer, in den Bergen oder im Sachsentor. In der Natur sehen wir, die wir Christ*innen sind, Gottes Schöpfung. Und im Gebet verbinden wir uns ganz besonders mit Gott.

Wie erleben Sie Gott im Alltag? Schreiben Sie mir gern, es interessiert mich sehr (Kontakt)

Thomas Hoffmann


* Für diesen Beitrag brauchte ich etwas Inspiration. Deshalb habe ich auch Menschen auf Twitter gefragt, die unter dem Hashtag „#digitaleKirche“ verbunden sind. Danke für die vielen Antworten und auch für das dadurch zustande gekommene Telefonat mit Ines aus Berlin, die ich gar nicht kenne. Es tut gut, sich darüber zu unterhalten.