... und damit die Inhalte im Gottesdienst – Die Passionszeit steht vor der Tür. Die Zahl der Sonntage zwischen Epiphanias und dem ersten Sonntag der Passionszeit wurde mit der gültigen Perikopenordnung neu geregelt.

Die Epiphaniaszeit endet mit der Woche, in der der 2. Februar liegt. Welche Bedeutung hat dieser Tag? Es ist der 40. Tag nach Weihnachten – der Tag der Darstellung Jesu im Tempel (Lichtmess). An diesem Datum wird nach jüdischem Ritus der Erstgeborene geheiligt. In Erinnerung an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten werden Erstgeborene als "Eigentum" Gottes angesehen und im Tempel übergeben (= dargestellt). Im Lukasevangelium wird die Geschichte von der Erstgeburtsweihe erzählt.

Auf das Fest der Erscheinung des Herrn (Epiphanias) folgen die "Sonntage nach Epiphanias". Das sind in der Regel vier Sonntage. Zwischen dem letztem Sonntag nach Epiphanias und dem Beginn der Passionszeit liegen nun 5 "Sonntage vor der Passionszeit". Sie werden rückwärts gezählt:

5. Sonntag vor der Passionszeit,
4. Sonntag vor der Passionszeit
Septuagesimä (= 3. Sonntag v. d. P.)
Sexagesimä (= 2. Sonntag v. d. P.)
Estomihi (= 1.Sonntag v. d. P.)

Für die Passionszeit bietet uns die neue Perikopenordnung Texte aus unterschiedlichen Evangelien an. So kann an den fünf Sonntagen der Passionszeit je ein Abschnitt aus der Passionsgeschichte der Evangelien als Predigttext gewählt werden.

Eine weitere wichtige Neuerung betrifft den 10. Sonntag nach Trinitatis. Für den 10. Sonntag nach Trinitatis sind in Zukunft zwei alternative Proprien vorgesehen. Hierzu zählen Lesung, Wochenspruch, Wochenlied und liturgische Farbe sowie Eingangspsalm, Tagesgebet (= Kollektengebet) und Hallelujavers.

Die erste Variante ist der "Freude der Christenheit am Judentum und der bleibenden Nähe von christlicher Kirche und Israel" gewidmet. Die liturgische Farbe ist grün. Die zweite Variante ist dem Gedenktag der Zerstörung Jerusalems gewidmet - so wie es in der evangelischen Kirche bereits Tradition ist. Die liturgische Farbe ist violett. Die Kirchen müssen sich nicht entscheiden nach dem Motto: einmal Variante 1 immer Variante 1 sondern können von Jahr zu Jahr festlegen, welche der beiden Varianten im Gottesdienst zugrunde gelegt wird.

Weitere Änderungen zu den Gedenktagen, Weltgebetstag und zur Weihnachtszeit berichte ich demnächst.

Dr. Nicole Knaack