Zwölf Personen sind es, die sich – über die „üblichen Verdächtigen hinaus“ – zum Info-Abend über unsere Partnerschaftsreise 2019 versammelt haben, Männer und Frauen zwischen 17 und 70. Das ist ein schöner Erfolg unserer Einladung über Gemeindebrief und „Bergedorfer Zeitung“! Denn die „Verbreiterung der Partnerschaft in die Gemeinde hinein“ ist eines der zentralen Anliegen unseres Konzepts, und die Gewinnung neuer Weggenossinnen und -genossen also wichtig.

Nicht alle wollen mitfahren; nicht alle können mitfahren. Kurz nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe des Gemeindebriefes fand die endgültige Zusammenstellung der Gruppe statt, über die wir also erst beim nächsten Mal berichten können. Aber das Interesse ist auch ohne direkte Teilnahme an der Reise wertvoll. Denn vor- und nachbereiten können wir gemeinsam, und die entsprechenden Veranstaltungen der Reisegruppe wollen wir sowieso öffnen und öffentlich dazu einladen! Sie sind Teil der Säule „Entwicklungsbezogene Bildung“ unserer Partnerschaft.

Erste Ideen für die Inhalte haben wir schon: neben dem Glaubensgespräch und den Gottesdiensten wollen wir gerne miteinander recherchieren, wie die Erzeugerpreise für die Tee-Bauern der Region zustande kommen. Denn viele Gemeindeglieder in Mbigili sind Mitglieder der dortigen Kooperation in Trägerschaft von „el puente“, deren fair-trade-Produkte auch im Bergedorfer Weltladen zu kaufen sind. Unsere Freunde empfinden die Preise aber nicht als fair. Gemeinsam wollen wir herausbekommen, wie sie bessere Preise verhandeln können.

Als praktisches Projekt haben wir angefragt, ob es denkbar ist, die Initiative der dortigen Konde-Diözese zur Installation holzsparender Öfen wieder aufzugreifen. Sie werden mit Holzkohle gefeuert, verbrauchen nur einen Bruchteil des Brennmaterials, und vor allem können Rauch und Abgase nach außen geführt werden. Bisher sitzen die Frauen in den Kochhäusern ständig im Rauch. Und sie gehen täglich weite Strecken und tragen große Lasten, um Brennholz herbeizuschaffen. Viele Bäume werden dafür gefällt, und Verkarstung der Hänge droht.

Kriterium für solcherlei Projekte ist gemäß unserem Konzept, dass die Ideen von dort stammen und auf Dauer ohne finanzielle Zuschüsse von hier funktionieren.

Zur Vorbereitung der Reise haben wir uns einige Themen vorgenommen: neben den „Klassikern“: Sprache; Geschichte, Kultur und Politik Tansanias (und Deutschlands in Bezug auf Tansania); Zusammenleben der Religionen dort (Christen, Muslime und Animisten in ungefähr gleichen Anteilen); soll es vor allem um „Fair-Handel“ vs. „Frei-Handel“, um die Klimaveränderungen hier und dort und die Einflüsse anderer Player in Tansania (v. a. China) gehen.

Ihr Pastor Andreas Baldenius
für den „Ausschuss Partnerschaft und Ökumene“ des Kirchengemeinderates