Wolfgang Müller, der Vorsitzende vom Kirchengemeinderat, wurde als „der“ Jugendliche im Dezember 1978 in den Kirchenvorstand gewählt.

Im Januar 1979 begann der 21-jährige Jurastudent seine Tätigkeit im Jugendausschuss. Es war die Zeit, in der die Geldzuweisungen vom Kirchenkreisamt schmolzen. Alljährlich wurde der Haushaltsfehlbetrag durch eine Zuzahlung aus unserer ansehnlichen Rücklage ausgeglichen. Das war keine Problemlösung. Gab es vielleicht Sickerstellen in unserem Haushalt? Um das zu klären, schlug ich in einer KVSitzung vor, einen „Strukturausschuss“ zu gründen, der danach suchen sollte. Ich fragte: „Wer möchte im Strukturausschuss mitarbeiten?“ Da lehnten sich fast alle Kirchenvorsteher zurück, denn es drohte viel Arbeit. Nur Wolfgang Müller nicht, der sagte: „Ich mache mit“.

Zu zweit gingen wir auf die Suche. Wolfgang Müller hatte sehr schnell die Struktur unserer Konten und die Wechselwirkungen interner Umbuchungen erkannt und zu Papier gebracht. Das Ergebnis war ein Einsparungspotential von 100 DM im Jahr. Was nun?

„Das Gemeindehaus muss seinen Unterhalt selbst verdienen!“ Wir fanden kein Konzept zur Umnutzung von Gemeinderäumen. Aber wir fanden einen guten Architekten, der Pläne für einen einschneidenden Umbau machte. So wurde der Strukturausschuss zum Umbauausschuss. Mancher Kirchenvorsteher war schockiert. Unsere Überzeugungsarbeit mit vielen Querelen zog sich über Monate hin und nervte mich so, dass ich auf ärztlichen Rat im April 1990 den Kirchenvorstand verließ, auch das Amt des verwaltenden Kirchenvorstehers.

Der Vorsitzende des KV, Herr Pastor Hoffmann, fragte Wolfgang Müller. Er stimmte zu und wurde ein recht junger „Verwaltender Kirchenvorsteher“. Auch durch seine Überzeugungsarbeit war der KV im Herbst 1991 bereit, endlich dem Umbau zuzustimmen. Wolfgang sagte zu mir: „Claus, der Umbau kann beginnen, du wirst wieder gebraucht.“ Ohne Sitz und Stimme im KV übernahm ich die Bauaufsicht. Wir gewannen eine Vergrößerung des Kindergartens, eine zusätzliche Wohnung und vor allem die Räumlichkeiten, die heute an das Café Greco vermietet sind, und nicht zuletzt den Fahrstuhl. Wolfgang Müller kümmerte sich mehr und mehr um Kreditaufnahmen zur Finanzierung des Umbaues und nach der Fertigstellung 1995 schließlich auch um die Vermietung geeigneter Flächen.

Damals hatte unsere Gemeinde einige Bergedorfer Immobilien geerbt. Zu den herkömmlichen Arbeitsbereichen einer Kirchengemeinde, die finanziert werden mussten, gab es jetzt etwas Neues, etwas, das Einnahmen versprach.

In der Regel war der Vorsitzende des Kirchenvorstandes ein Pastor. In Immobilienverwaltung hatten aber Theologen keine Erfahrungen, unser Verwaltender Kirchenvorsteher Wolfgang Müller hatte sie. Inzwischen ist er der Vorsitzende des KGR, die Pastoren können sich ganz der Gemeindearbeit widmen und es entfällt auch deren Konkurrenzdenken: „Welcher von uns beiden wird wohl zum Vorsitzenden gewählt?“ Wolfgang Müller hat sicher auch bewirkt, dass die Beede nicht mehr (elitär) aus nur drei, sondern jetzt aus sechs Personen besteht. Jedes Jahr erleben wir Wolfgang Müller in der Jahresversammlung als sachlich formulierenden, freundlichen, gut informierten Vorsitzenden.

Wir danken ihm, dass er neben seinen Verpflichtungen als Jurist, als Familienvater und als Chorsänger die Zeit findet, unsere Gemeinde so sicher zu leiten. Wir wünschen ihm weiterhin Freude an der Arbeit und immer eine glückliche Hand.

Claus Harder

So ein Alphabet ist doch nett: Wolfgang ist klasse von A bis Z

A - alles gut vorbereitet
B - Bundesverdienstkreuz
C - Chormitglied
D - Darf ich um das Handzeichen bitten?
E - Es reicht jetzt mit den Wortmeldungen.
F - freundliche Finanzplanung
G - geduldig + gelassen
H - Himmel und Hölle setzt er in Bewegung – aber mehr Himmel als Hölle
I - Wie steht es im Protokoll?
J - Jurist
K - Wir wollen mal wieder konstruktiv werden.
L - Lust auf Tanzen
M - Mann von Christiane/Martinsmarktverein
N - nicht aufgeben
O - ortskundig
P - Papa
Q - Quelle für gute Entscheidungen
R - ruhig und ausgleichend
S - souverän
T - unserer Gemeinde treu
U - umsichtig
V - VW-Bus für die Familie
W - Wort halten
X - Xylophon spielen kann er nicht, aber er singt schön
Y - Yvonne und viele andere hat er für Petri und Pauli eingestellt
Z - zuverlässig

Dr. Nicole Knaack