Im U-Bahn Fernsehen gibt es eine Entwarnung. „Das Trinkwasser wird weiter fließen“, wir seien trotz Trockenheit und Dürre gut aufgestellt.

Dürre – Ein Wort, das man sonst nur aus den Nachrichten kennt. Dürre in Afrika, Dürre in Asien, Dürre in Südamerika... Dürre in Deutschland? Das macht mir ein mulmiges Gefühl im Bauch.

Die nächste Meldung bezieht sich auf das Wetter, die letzten vier Jahre seien die heißesten seit Beginn der Aufzeichnung. Und nochmal bekomme ich dieses mulmige Gefühl. Was die Menschen in Afrika, Asien und Südamerika schon seit Jahrzehnten spüren, kommt jetzt bei uns an und trotzdem gibt es immer noch Menschen, die dem Ganzen nicht glauben. Es sei halt nur eine Hitzeperiode oder der Klimawandel ein genialer Streich der Regierung, um uns Angst zu machen. Werden diese Menschen das immer noch sagen, wenn unser Trinkwasser nicht mehr fließt? Wenn wir ganz von Nestlé und Co abhängig sind, um zu überleben? Jetzt habe ich einen richtigen Kloß im Hals. Ich kann es nicht verstehen, wie man so etwas von sich wegschieben kann.

Gott hat uns diese wundervolle Erde geschenkt. Er hat sie fruchtbar, bunt und freundlich gemacht, wir haben sie dankend angenommen. Damit haben wir die Verantwortung, sie an unsere Kinder weitergeben zu können. Aber nicht mal für unsere Brüder und Schwestern können wir Verantwortung übernehmen. Viele Menschen fliehen in ein anders Land, weil Wasser und Nahrung so knapp wird, dass ein Überleben nicht mehr möglich ist. Als einzelne Person fühle ich mich oft machtlos, ich werde nie etwas erreichen.

Aber das Gefühl trügt. Ein Mensch hatte einmal die Idee, den Müll zu trennen. Den haben bestimmt alle für verrückt gehalten, jetzt machen es fast alle so. Und den Anfang machen, das ist gar nicht so schwer. Sich der Problematik bewusst zu sein, ist der erste Schritt und den können wir nun alle auf unserer Liste abhaken. Der nächste Schritt ist es, sich zu überlegen, was man im Kleinen für unsere Erde tun kann. Wir können Strom sparen, die Geräte ausmachen und nicht auf Standby lassen, die Räume nicht auf 20°C heizen, sondern auf 15 und uns einen Pullover anziehen.

Wir können mit dem Fahrrad fahren statt mit dem Auto und so fit bleiben und Geld und Sprit sparen. Wir können Essen, Kleidung und andere Konsumgüter regional und saisonal kaufen und das Bestellen im Internet nach Möglichkeit einschränken.

Ich gehe in mich und überlege, was davon ich tun kann. Die Strecke von der UBahn Haltestelle laufe ich zu Fuß, da ist der Bus heute nicht für mich gefahren.

Lea Baldenius