abendmahl

„Kommt, denn es ist alles bereit. Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist!“ tönt es vom Altar. Ja, aber wie die Stufe hochkommen? Und wie lange halte ich wohl das Stehen aus? Alkohol darf ich unter keinen Umständen haben bei den Tabletten, die ich nehme. Auf Gluten reagiere ich allergisch. Wenn ich den Kopf hebe beim Trinken, wird mir leicht schwindelig. Und wenn ich auf dem Rückweg schon ein bisschen wackelig bin?

Es gibt viele Gründe, zurückhaltend zu reagieren auf die Einladung zum Abendmahl. Oder sie gar auszuschlagen. Dabei ist es die Einladung Gottes und das Zentrum der sonntäglichen Feier! Also lohnt sich alle Sorgfalt, die Teilnahme Aller zu ermöglichen.

Die Stufe zum Altarraum: seit sie beleuchtet ist, ist sie als Stolperfalle entschärft. Ein Geländer oder ein Haltegriff, das kriegen wir in den beengten Verhältnissen nicht hin. Lesepult oder gar Osterkerze stehen nicht stabil genug. Da hilft nichts, als aufeinander zu achten: erbitten Sie einen Arm zur Überwindung der Stufe oder halten Sie Ihren ungebeten hin. Achtsame Gemeinschaft ist ein Teil dessen, was wir im Abendmahl feiern: das geht auch ganz praktisch. Und die gegenseitige Hilfe ist eine herrliche Gelegenheit für den Friedensgruß: „Friede sei mit dir“ sagen wir und reichen einander die Hand.

Das gilt auch für (nicht elektrifizierte) Rollstühle: sie können (fast) mühelos hinauf-„ gewuppt“ werden, wenn man rückwärts an die Stufe heranschiebt, leicht kippt und mit einem kleinen Ruck hochzieht.

Das lange Stehen: muss nicht sein. Wir halten Stühle bereit, auf die man sich – als Teil des Halbkreises – niederlassen kann. Aber wir brauchen Pioniere, die sie nutzen. Wenn Sie es tun, geben Sie auch anderen die „Erlaubnis“, es zu tun. Manche warten darauf.

Der Alkohol: immer reichen wir auch alkoholfreien Kelch (mit Traubensaft). Sie erkennen ihn am dickeren Fuß unter der Schale. Geben Sie uns ein Zeichen oder ein Wort bei der Austeilung; bald wird Ihnen der alkoholfreie Kelch auch von allein gereicht werden.

Gluten: unsere Oblaten sind glutenfrei. Wenn Sie stehen wollen, aber unsicher werden beim Trinken aus dem Kelch, haken Sie sich beim Nachbarn unter. Der oder die freut sich, auf diese Weise „erwählt“ zu sein. Und wenn alles „überstanden“ ist, findet sich auch eine Hand für den Abstieg. Halten Sie Ausschau nach jemandem, der/die sie sucht!

Und schließlich: gerne gehen wir auch in die Reihen mit Brot und Kelch. Ein Hinweis vor dem Gottesdienst oder ein Winken während der Austeilung reichen.

Also: „Kommt, denn es ist alles bereit. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist!“

Pastor Andreas Baldenius