Viele Überschwemmungen, schlimme Stürme, kalte Tage bis in den April hinein und den ganzen Winter über wenig Sonne – so habe ich die letzten Monate erlebt. Noch nie hat mir die Sonne so bewusst gefehlt wie in diesem Jahr, und es will einfach nicht Frühling werden.

Der Frühling nach der Katastrophe in Tschernobyl ist mir noch gut in Erinnerung. Mein Sohn war erst ein Jahr alt und wir haben uns viele Gedanken über unser Essen und das Draußenspielen gemacht. Aber auch in dem Jahr gingen die Knospen wieder auf, die Natur erblühte, das Leben ist trotzdem weiter gegangen.

„Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“. Das ist die Zusage Gottes, wie sie im 1. Buch Mose aufgeschrieben ist. Eine schöne, eine tröstliche Zusage, finde ich. Damit sind wir eingebunden in den Zyklus der Natur, ins Werden und Vergehen, wir sind Teil der Schöpfung Gottes.

Ja, aber wie ist nun unsere Realität? Wir muten unserer Welt ganz schön viel zu: Katastrophen, Kriege, Ausbeutung, Luftverschmutzung, Klimawandel und sie reagiert mit Stürmen, Hochwassern und Dürrezeiten. Auch Eingriffe in die Natur wie z. B. die Elbvertiefung haben Folgen für unser gesamtes ökologisches System.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Verpackungsmüll und den Plastiktüten. Ich war in den Frühjahrsferien am Meer und was da so alles angespült wird, man glaubt es nicht! Der Lebensraum Meer ist von Tag zu Tag mehr bedroht…

Dabei gibt es tolle Alternativen, wie Papiertüten und Stofftaschen beispielsweise. Die Aktion „Jute statt Plastik“ stammt aus den späten 70er Jahren und wurde von der GEPA (The Fair Trade Company) initiiert – nie zuvor war sie so wichtig und nötig wie heute. Und es gibt erneuerbare Energien, wie z. B. Sonnen-, Wasser- und Windenergie. Die Windräder an der Nordund Ostsee sind nicht mehr wegzudenken; sie gehören ins Bild der Landschaft zwischen den Meeren.

Und trotz allem, wir leben! Lasst uns Freude daran haben, das zu bewahren, was uns geschenkt ist, und wenn wir einen Regenbogen sehen, so möge er uns an die Verheißung Gottes erinnern: „Meinen Bogen setze ich in die Wolken, und er soll das Zeichen des Bundes sein zwischen mir und der Erde“.

Ihre Diakonin Astrid Hildebrandt