Der Bus läuft jetzt: an 6 Tagen die Woche verbindet er das Dorf Mbigili in Süd- Tanzania, in dem unsere Partnergemeinde liegt, mit Tukuyu. Dort gibt es einen Markt und andere Einkaufsmöglichkeiten, die eine oder andere kommunale Einrichtung und die Verwaltung der Diözese. Dann fährt der Bus noch weiter nach Mbeya, der nächsten größeren Stadt. Und am selben Tag zurück.

Jetzt hat die umtriebige Kirchengemeinde die nächste Idee: viele der Fahrgäste wollen nach Tukuyu oder Mbeya, um ihre landwirtschaftlichen oder handwerklichen Produkte auf dem Markt zu verkaufen. Die großen Säcke mit Mais, Yams und Kartoffeln, die Eimer mit Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch, die Bretter, die sie aus Bäumen geschnitten haben oder einfache Möbelstücke, die sie gebaut haben, passen nicht mit in den Bus. Auch Koffer voller selbstgenähter Kleidungsstücke können nur begrenzt aufs Dach, und lebende Tiere – das geht schon mal gar nicht.

Also soll der Bus von einem kleinen LKW begleitet werden. Schon vor der Beschaffung des Busses verkehrte ja ein LKW, aber der ist nach wie vor mehr als ausgelastet. Das würde für unsere Partner und das Gemeinwesen, für das sie das machen, viele Vorteile bringen:

  • Die Verkehrs-Infrastruktur würde weiter verbessert.
  • Die Menschen könnten ihre Produkte verkaufen und damit ein kleines Einkommen erwirtschaften, nach wie vor eine große Ausnahme in Mbigili.
  • Es entstünde ein weiterer Erwerbsarbeitsplatz für den Fahrer, wie beim Bus.
  • Die Gemeinde könnte für ihre sozialen Projekte weitere Einnahmen generieren.
... um nur die wichtigsten Aspekte zu nennen.

Für dieses Projekt haben uns unsere Partner um Unterstützung gebeten, wie damals beim Bus. Der Kirchengemeinderat hat sich bereits damit beschäftigt und beschlossen, einen Zuschuss zu prüfen. Dafür erbitten wir von unseren Freunden ein Finanzierungskonzept und eine Idee, wie denn überhaupt der Verkehr sich entwickeln soll in der Region. Das ist zwar anspruchsvoll, aber wir verbinden damit die Hoffnung, dass nicht Fehler wiederholt werden, die bei uns gemacht wurden durch einseitige Priorisierung des Individualverkehrs.

Außerdem stellen wir wie damals Fragen zur Bewirtschaftung zur Verfügung, die helfen sollen, das Projekt nachhaltig zu fahren. Und schließlich haben wir beim „Kirchlichen Entwicklungsdienst“ einen Antrag gestellt, unseren evtl. Beitrag zu verdoppeln.

Pastor Andreas Baldenius
für den „Ausschuss für die Partnerschaft
und die ökumenische Zusammenarbeit“