Über den „Kirchspielprozess“ berichten wir regelmäßig. Die. Gemeinden St. Petri und Pauli und St. Michael (beide Bergedorf), Bugenhagen (Nettelnburg), Bergedorfer Marschen (Neuallermöhe/ Bergedorf West), Erlöserkirche und Gnadenkirche (beide Lohbrügge) haben sich im Jahr 2016 auf einen gemeinsamen Weg gemacht. Und ziehen – wie ihre Pastorinnen und Pastoren – an einem Strang.

„Du stellst meine Füße auf weitem Raum.“ Mit diesem Wort aus dem 31. Psalm möchte ich den Blick auf die Kirchspiel-Gottesdienste des Jahres 2018 richten. Denn, weil ich auf weitem Raum stehe, bin ich nicht darauf beschränkt, Gottesdienst nur in meiner Kirche und nur mit meiner Gemeinde zu feiern. Sondern bin eingeladen, dies von Zeit zu Zeit auch an anderem Ort zu tun. So sehe ich andere Kirchenräume und -bauten, höre andere Pastorinnen, Pastoren, Prädikantinnen, und Prädikanten, lerne andere Christen in meiner Nachbarschaft kennen.

Natürlich ist es auch schön, den Gottesdienst im vertrauten Rahmen, in unserer Kirche, sozusagen „zu Hause“, zu feiern. Und manchmal ist dieser vertraute Rahmen genau das, was wir gerade suchen und was unserem Bedürfnis entspricht. Ich meine aber, es lohnt unbedingt, sich ab und an aus der eigenen Komfortzone zu begeben und ganz unmittelbar zu erleben, dass wir Teil einer größeren Gemeinde sind. Neues zu erfahren und dabei zu sein, wenn der Begriff des Kirchspiels Bergedorf sich mit Leben zu füllen beginnt und seinerseits zu etwas Vertrautem wird.

Der Weg zu einem „WIR im Kirchspiel Bergedorf“ fing in diesem Jahr bereits am 1. Januar mit einem sehr schönen gemeinsamen Gottesdienst in St. Michael an. Die Kirche war voll besetzt, und bei anschließendem Feuer auf dem Kirchenvorplatz mit Berlinern und Punsch wurden Neujahrswünsche ausgetauscht und miteinander geklönt.

Matthias Tiemann