„Trotzdem habe ich es mir zugetraut und es läuft gut!“

Sylvia Petersen ist schon lange mit unserer Gemeinde verbunden: sie zog 1981 von Frankfurt nach Bergedorf und heiratete im selben Jahr in St. Petri und Pauli. Ihr Mann wurde als gebürtiger Bergedorfer bei uns getauft und konfirmiert, ebenso ihre drei inzwischen erwachsenen Kinder. Sylvia Petersen ist gelernte Bibliothekarin, sodass sie seit vielen Jahren gerne vor dem Martinsmarkt die vielen Sachbücher sortiert. Früher hat sie diese auch verkauft, inzwischen steht sie fröhlich hinter dem Stand unseres Basarkreises. Den leitet Sylvia Petersen seit 2016.

Zunächst habe sie sehr überlegt, ob sie es als Schwerhörige schaffen würde, den Basarkreis für Hörende zu leiten. Aber Charlotte Klack-Eitzen bestärkte sie und sicherte ihr Hilfe zu. Da sie gerne bastelt, sagte sie ja. Mit 20 Frauen unterschiedlichen Alters trifft sie sich zweimal im Monat, dann wird eifrig gebastelt, gestrickt, Marmelade gekocht und vieles mehr – jeder macht das, was er kann und mag. Das Ziel ist immer der nächste Martinsmarkt, schon im Januar. Ab und zu muss Sylvia Petersen die Damen daran erinnern, dass man sie beim Sprechen anguckt, damit sie von den Lippen lesen kann, und dass nur einer zur selben Zeit spricht. Aber alle geben sich sehr viel Mühe und unterstützen sie bei der Aufgabe – „gemeinsam kriegt man das ganz gut hin“.

Früher war Sylvia Petersen als Bibliothekarin tätig, dann Vollzeitmutter und später in der Bibliothek des Museums für Hamburgische Geschichte. Sie treibt viel Sport und fährt gerne mit dem Fahrrad durch Deutschland. Abgesehen von ihrem kirchlichen Engagement ist Sylvia Petersen sehr aktiv im Schwerhörigenverein, dort leitet sie seit 25 Jahren eine Frauengruppe, organisiert Ausflüge und Besichtigungen.

Sylvia Petersen wünscht sich, dass alle Menschen selbstverständlicher am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, wozu auch der Gottesdienstbesuch gehört. Den Reformationsgottesdienst hat sie in St. Georg besucht, dort gab es eine Leinwand über dem Altar, auf welcher das gesprochene Wort zu lesen war. „Es war etwas Besonderes, wirklich alles von dem Gottesdienst zu verstehen!“, aber sie fügt auch gleich lachend hinzu: „Dafür war die Kirche aber ausgesprochen hässlich und nicht so gemütlich wie unsere.“

Johanna Kilzer