Do 1. bis Mi 28. März 2018 in unserer Kirche St. Petri und Pauli zu Bergedorf

Einführungs-Vortrag von Pastorin Hanna Lehming am 1. März 2018 um 18 Uhr

Martin Luther hat ein schwieriges Erbe hinterlassen. In der Anfangszeit der Reformation hat er dafür plädiert, die Juden menschlich zu behandeln. Später aber hat er sie unerträglich geschmäht. „Er war ein genialer theologischer Denker, Liederdichter und mutiger Reformator der Kirche, aber auch ein vehement antijüdischer Kirchenmann“, so Pastorin Hanna Lehming, Beauftragte der Nordkirche für den christlich-jüdischen Dialog. „Er hielt den jüdischen Glauben für verblendet und die Juden für die größten Feinde des Christentums.“

Tatsächlich ruft der wortgewaltige Reformator in seiner übelsten antijüdischen Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ ausdrücklich dazu auf, die Juden „zu unterdrücken, ihre Synagogen und Häuser zu zerstören und ihre Gebetbücher und ihren Talmud zu verbrennen“. Sogar für die Vernichtung der Juden tritt er ein.

Lucas Cranach hat diese Aussagen in vielen Bildern dargestellt. Einige davon zeigt die Ausstellung „Ertragen können wir sie nicht“ auf insgesamt 17 Schautafeln, die vom 1. bis zum 28. März in unserer Kirche zu sehen sein werden. Gerade durch die Verbindung von Wort und Bild ist Luthers hasserfüllte Sicht auf die Juden durch die Jahrhunderte bis hin zu den Nationalsozialisten wirksam geblieben. Erst nach dem Holocaust haben die evangelischen Kirchen begonnen, sich dieser Tatsache zu stellen.

Team der Arbeitsgruppe Christlich-Jüdischer Dialog

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