„Kirchspiel Bergedorf“, dazu gehören außer uns noch die Gemeinden St. Michael (Bergedorf), Bugenhagen (Nettelnburg), Bergedorfer Marschen (Neuallermöhe/ Bergedorf West), Erlöserkirche und Gnadenkirche (beide Lohbrügge). „Im Vertrauen auf Gottes Gnade und in der Hoffnung auf das Anbrechen seines Reiches fördert das Kirchspiel Bergedorf die gemeinsame Arbeit der ev.-luth. Gemeinden und Einrichtungen in Hamburg Bergedorf.“ So heißt es im Kirchspielvertrag von 2007.

Diese sechs Gemeinden sind heute mehr als bloße Nachbarn. Noch ist ihr Zuschnitt geprägt von einer Zeit, als sie groß waren, für sich allein stehen und wirtschaften konnten, weil nahezu die gesamte Bevölkerung Mitglied der Kirchengemeinden war. Das ist lange vorbei. Die alte Struktur besteht aber fort und ist ein Korsett, das nicht mehr passt und obendrein sehr teuer ist. Leider sind Gemeindestrukturen kein „atmender Deckel“, der sich von allein neuen Gegebenheiten anpasst. Das müssen wir schon selber tun.

Seit 2016 machen wir ernst. Wie bereits berichtet, haben unsere Kirchengemeinderäte den „Kirchspielprozess“ ins Leben gerufen. Verschiedene Arbeitsgruppen wurden gebildet: für die Bereiche Gottesdienste, Kirchenmusik, Arbeit mit Älteren, Gemeindesekretariate und Gebäudebewirtschaftung; demnächst kommt die Jugendarbeit hinzu. Die Arbeitsgruppen arbeiten bereits intensiv zusammen, auch mit personeller Unterstützung des Kirchenkreises, der unseren neuartigen Ansatz sehr positiv begleitet. Unsere Idee ist es, nicht nur die Zusammenarbeit der Gemeinden zu fördern und sich gegenseitig zu helfen, vielmehr werden neue Projekte, neue Aktivitäten, neue Formen angeboten und ausprobiert. Wenn es gelingt, das Interesse hierfür zu wecken und viele Teilnehmer zu gewinnen, dann werden wir uns alle über kurz oder lang nicht mehr nur als Mitglieder einer Gemeinde verstehen, sondern auch als Christen des Kirchspiels Bergedorf fühlen. Wenn sich die Struktur in unseren Köpfen und Herzen weitet, dann werden wir auch bereit sein für Veränderungen, die in der Zukunft notwendig werden können. Wer Neues gewonnen hat, wird sich leichter einmal von Altem verabschieden können.

Aufmerksame werden bereits heute an ganz vielen Stellen etwas von dieser neuen Zusammenarbeit entdecken. Die ersten Ergebnisse sind überaus ermutigend – auch wenn natürlich nicht alles von Anfang an fehlerfrei läuft. Da gibt es viel Abstimmungsbedarf. Obwohl sich alle sehr bemühen, ist es z. B. schon einmal vorgekommen, dass für einen gemeinsamen Gottesdienst an verschiedenen Stellen verschiedene Anfangszeiten genannt wurden. Das ist ärgerlich, und wir können nur um Nachsicht und etwas Geduld bitten. Das Ziel, eine starke und lebendige evangelisch- lutherische Kirche in Bergedorf zu erhalten, lohnt auf jeden Fall.

In diesem Sinne sind Sie alle herzlich eingeladen zu kommen, neugierig zu sein, zu schauen und mitzumachen. Probieren Sie aus! Melden Sie sich, wenn Sie Hilfe brauchen! Und wo immer Sie jemanden treffen, der Verantwortung trägt – als Pastor, als hauptamtlicher Mitarbeiter, als Ehrenamtlicher im Kirchengemeinderat und bei einer Veranstaltung, sagen Sie ihm anschließend, was Sie gut fanden und was schlecht. Nur so werden wir uns weiterentwickeln und zusammenwachsen können. Als Kirchengemeinderat und vorsitzendes Mitglied der „Kirchspielkonferenz“ grüße ich Sie herzlich,

Matthias Tiemann