Chang-Mi Dallat, Pastorin:
„Sein Weg mit Gott hat ihn gezwungen, Fragen zu stellen, das zu hinterfragen, was den Menschen daran hindert, "fromm und frei" zu werden. Die lebendige Beziehung zwischen Gott und Mensch ist ihm wichtig. Er ist für mich vorrangig ein Seelsorgender.“

Andreas Baldenius, Pastor:
„In Zukunft Luther“ – so nannte Bischof Dr. Knuth sein Luther- Buch. Und so sehe ich das auch: Luthers Schätze sind noch nicht gehoben! Ja, sein Anti-Judaismus und seine politische Blindheit in den Bauernkriegen müssen aufgearbeitet werden. Sein revolutionärer Weg in die Freiheit, ohne den auch die Aufklärung nicht so gelaufen wäre, wie wir heute ihre Früchte genießen, und seine radikale Rückbesinnung auf die Quellen des Glaubens sind bleibend Gold wert. Heute und auch in Zukunft.“

Helmut Röhrbein-Viehoff:
Lehrbeauftragter für Biblische Theologie an der Universität Hamburg:
„In Luther sehe ich den radikalen Gottsucher, der an der Veräußerlichung und den Missständen der Kirche seiner Zeit litt. Der nicht Kirchenspaltung, sondern Erneuerung der Kirche aus ihren Ursprüngen heraus wollte. Sein religiöses Genie hat ihn zur (Wieder-)Entdeckung der ungeschuldeten Gnade Gottes („sola gratia“) geführt. Darin besteht heute zwischen katholischer und evangelischer Kirche kein Dissens.“

Eckart von Hirschhausen, Humorist und Arzt:
„Luther war ein großer Entertainer. Seine Rhetorik war brillant, er hatte Humor – und hat bei der Übersetzung des Neuen Testaments Sprachbilder entwickelt, die bis heute gelten.“

Gundula Gause, Moderatorin:
„Martin Luther ist für mich ein mutiger Zweifler, ein wortgewaltiger Intellektueller. Er war ein sehr freier Mensch. Das ist ja auch sein Thema: die Freiheit des Christenmenschen. Für sie hat er in einer Zeit geworben, die sehr von Zwängen, Macht und Angstmacherei gekennzeichnet war.“