Für viele die Zeit auch mal richtig etwas zu wagen. Vorsichtige setzen sich aufs Fahrrad. Die Mutigen sitzen im Paddelboot, klettern eine Felswand hoch oder wandern ausdauernd einen Bergkamm entlang. Für so manchen ist Aufregung fern vom normalen Leben ein toller Sommerkick.

Wird schon gut gehen, heißt es dann. Die Hoffnungsvollen unter uns setzen sogar auf Gott. Doch das will mit Bedacht getan sein.

Vor einigen Tagen bezahlte ein Pfarrer in Simbabwe/Ostafrika seinen Versuch, Jesus nachzuahmen, mit seinem Leben. Der Pfarrer fühlte sich glaubensstark, weil er eine ganze Woche gefastet und gebetet hatte. Er rief Menschen an einen Fluss und wollte zeigen, wie er – in der Nachfolge des Herrn Jesus – über Wasser laufen könne. Sein Glaube sei stark, sagte er in einer kurzen Ansprache, darum werde er, wie der Herr Jesus, mithilfe seines Glaubens große Taten vollbringen. Als er etliche Meter gegangen war, kam die in diesem Gewässer gefürchteten Krokodile und rissen ihn unter Wasser. Dort wurde er von Tieren getötet. Er soll gewusst haben, schreiben die Zeitungen, dass der Fluss bei den Einheimischen „Crocodile River“ (Krokodil-Fluss) genannt wird.

Dieser Pfarrer hat es mit der Sache Jesu und seinem Glauben – nach einer Woche Beten und Fasten – sicherlich ernst gemeint. Er wollte zeigen, dass und wie der Glaube im Leben helfe und wie Jesus die stärkte, die ihm von ganzem Herzen vertrauen. Gestehen wir dem Pfarrer zu, dass sein Wille groß und sein Glaube rein waren. Dann bleibt aber sein Irrtum: Nachfolge ist nicht Nachahmung.

Wir müssen Jesus nicht nachahmen. Das Wunder ist, wie z. B. Petrus und andere Jünger ihre Angst verlieren, als sie auf Jesus schauen und im Sturm ihm vertrauen. Die Wunder Jesu sind für den Glauben nicht notwendig. Weniger Angst und mehr Vertrauen in der Welt und immer wieder neuen Mut zur Liebe haben stattdessen.

Man muss nicht in die Fußspuren von Jesus treten, aber sollte ihn immer beim Wort nehmen, wenn er zum Beispiel sagt: "Seid getrost, ich habe die Welt überwunden" (Johannes 16,33).

Gehen Sie getrost durch diesen Sommer und genießen Sie Ihren Urlaub, wo auch immer Sie ihn verbringen werden!

Bleiben Sie behütet auf Ihrem Weg.

Ihre Dr. Nicole Knaack