Elena Harms

Wie gelassen und klar Elli (Elena Harms) ist, kann man an ihrem Engagement für Flüchtlinge ablesen: Mit ihren 18 Jahren gibt sie einen Deutschkurs für 15 Männer bis 25 Jahren in der Flüchtlings- Unterkunft in der Osterrade. Da können sie auch die Geschehnisse der Sylvesternacht nicht verunsichern. Sie lebt aus dem Vertrauen heraus, dass Gott sie begleitet und ihr hilft.

Auch wenn es einmal schwierig wird, zum Beispiel im Abitur, in dem sie mitten drin steckt. So sagt sie: „Es ist schon schlimm, was da passiert ist. Aber man kann nicht alle Menschen unter einen Hut stecken. Ich mache in der Osterrade beglückende Erfahrungen von Respekt und guter Gemeinschaft.

`Jetzt kriegen alle wieder Angst´, hieß es bei einem Treffen der Lehrerinnen dort. Aber da mache ich nicht mit.“ Sie fühlt sich von Gott auch bei Entscheidungen geleitet. Denn sie versucht, sich in Situationen „zu sehen“ und bei der Betrachtung dieser inneren Bilder auf innere Reaktionen zu achten. „Man könnte sagen: Bauchgefühl. Ich glaube, dass sich darin Gottes Führung zeigt.“ So tendiert sie gegenwärtig eher zum Lehramts-Studium. Aber auch an der Pastorin „denkt sie herum“.

Dieses Vertrauen wurde schon im Kinder-Kirchen-Treff der Gnadenkirche genährt. Zum Konfi wollte sie dann aber nach St. Petri und Pauli: Hier wurden sie und ihre Schwester getauft, hier haben ihre Eltern und Großeltern geheiratet. „Was mir an St. Petri und Pauli gefällt, ist, dass hier so viele Leute motiviert sind, 'was zu machen. Auf diese Weise ist die Gemeinde so klasse vielfältig und aktiv.“ Den „Petri und Pauli Laden“ z. B. hat sie während eines Praktikums im Konfi-Unterricht kennengelernt: „Das war echt beeindruckend“. Das Zentrum ist für sie allerdings der Konfirmanden-Unterricht. Da gehört sie schon seit der eigenen Konfirmation zum Team. Und in der Jugendarbeit engagiert sie sich bei der „Pocket- Church“ und beim Ehrenamtlichen-Treffen „EAT“. „Ich habe Spaß an den Ge- sprächen, die sich mit den Konfis und im Team ergeben. Da kann ich `was davon rüberbringen, was mich selbst glücklich macht.“ Glücklich geht sie auch aus den Treffen mit den Flüchtlingen. Insofern empfindet sie ihre vielen Engagements auch nicht als Belastung, sondern eher als Tankstellen.

So eine Tankstelle sind auch Gottesdienste für sie. Es sind die Predigten, die sie interessieren. „Besonders schön ist es, wenn einer der Chöre singt. Und natürlich an Weihnachten!“ Ihr eigener Konfi-Spruch ist ein Lebens-Motto für sie: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch.“ Wenn sie das erzählt, hat man bei ihr nicht den Eindruck, sie stünde unter Leistungsdruck. Eher, dass Elli sich so reich beschenkt fühlt, dass sie gut davon austeilen kann. Ihr Glück findet so ein Echo in ihrem Gesprächspartner. Das kann ich immer wieder mit ihr erleben.

Das Gespräch führte
Pastor Andreas Baldenius