Du bist ein Gott, der mich sieht.
Weißt genau, wie mir geschieht.
Von Kinderschuhen bis Gehwagen,
erster Kuss, pleite sein, Brille tragen,
1000 Fragen – Angst – Neues wagen.
Du, Gott, gehst mit mir mit,
jeden leichten, jeden schweren Schritt.
Die Wahrheit sagen,
wilde Sachen machen
und lachen, ganz viel lachen,
mit Träumen aufwachen, Pläne machen.
Neu beginnen, verlieren UND gewinnen.
Das Leben spüren mit allen Sinnen.


Egal, welchen Schritt ich gehe,
ob ich weine, lache oder flehe,
du, Gott siehst mich, wie ich lebe
und mit vollem Einsatz ALLES gebe.


Nicht, um mich zu überwachen,
mich zu deiner Marionette machen.
Nicht, um mich zu kontrollieren
oder mir nachzuspionieren.
Du legst deinen Blick auf mich,
denn – ganz ehrlich –
ich interessiere dich.
Du schaust auf mich,
in mich und direkt ins Herz,
wenn es vor Freude hüpft
oder schreit vor Schmerz.


Du siehst meine Tränen, bevor ich weine.
Du erkennst, wie ich es wirklich meine.
Ich muss mich nicht wehren,
nicht bekehren –
kann umkehren und verwehren.
Dir Gott muss ich nichts erklären.
Deine Tür ist und bleibt offen.
Du lässt mich hoffen.


Du bist der, der mich wirklich kennt,
mich liebevoll beim Namen nennt.
Und wenn ich auf der Stelle trete,
verzweifelt bin und zu dir bete,
dann erkennst du sofort meine Lage,
spürst selbst die Lasten, die ich trage.
Und du nimmst mir ein Stück ab,
so dass ich es leichter hab.


Wenn alle Welt mich nicht versteht,
mir aus dem Weg geht,
keiner zu mir steht,
mich übersieht und mich meidet,
bist du der gute Hirte,
der mich sicher weidet.
Dein Blick sagt mir: ich bin gut,
mit Wut, mit Mut, einfach gut,
wie ich bin – ich habe Sinn.
Ich bin ein Gewinn – MIT Sinn.
Weil ich so bin wie ich bin.


Weil du mir mein Leben schenkst,
an mich glaubst, an mich denkst,
mich auffängst, meine Schritte lenkst
dich für mich reinhängst,
kann ich so sein, einfach SEIN,
von dir gesehen, nie allein.

Diakonin Yvonne Brysinski