Während des Klimafastens befanden wir uns sieben Wochen lang online in lebendigem Austausch darüber, wie wir selbst Wasser und Energie sparen, weniger im Internet sein oder unser Leben einfacher gestalten können. Wir sind bis zu fünfzehn Menschen aller Altersstufen, sehr unterschiedlicher Erfahrungen und Lebensläufe. Uns eint die Sehnsucht zur Bewahrung der Schöpfung und nach einem naturverbundenen, klimaverträglichen Leben. Was brauchen wir wirklich, was können wir fallen lassen?

Bei einem der Treffen stießen wir auf folgende Bibelstelle und gerieten ins Grübeln: Als nun Jesus an das Galiläische Meer ging, sah er zwei Brüder, Simon, der da heißt Petrus, und Andreas, seinen Bruder, die warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen! Alsbald verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach (Matthäus 4, 18-20)

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Jesus zog als einfacher Wanderprediger durch die Lande und suchte Menschen, die ihm als Jünger folgen und wiederum andere Menschen in ihren Glauben mitziehen. Nicht alle, die in seinem Gefolge mitliefen, behielt er dabei. Manche schickte er wieder weg, andere rief er zu sich, ihm zu folgen. Diese hieß er ihre Netze fallen, ihre Saat stehen lassen, ihre Häuser verlassen.

Doch auch Jesus und seine Jünger waren irdisch, sie aßen und tranken gemeinsam und lobten dabei Gott. Ihre Nahrung bekamen sie überall her, von Menschen, die dafür arbeiteten, aus ihren Vorratskammern, von ihren Obstbäumen, aus ihren Netzen. Jesus wusste, Gott weiß, dass wir mehr benötigen, als unseren Glauben an Gott und das Vertrauen, dass uns alles Notwendige zufliegen wird. Er weiß auch um uns moderne Menschen, die neben dem Dach über’m Kopf auch Freiheit benötigen – die Freiheit zu denken und zu reden, die Freiheit zu reisen und andere Menschen zu sehen. Dafür brauchen wir in unserer Welt mehr als nur unsere Füße in Sandalen, sogar auf Autos und Flugzeuge können wir nicht immer verzichten, wenn wir in der Ferne andere Landschaften und Menschen in fernen Ländern besuchen wollen.

Wie viel brauchen wir wovon? Wie können wir Jesus folgen und was können wir fallen lassen, ohne uns unserer Freiheit beraubt zu fühlen? Nicht alle von uns beruft Jesus als seine Jünger, aber uns alle fordert er auf, ihm im Glauben zu folgen. Was bedeutet dies?

Ich meine, Prioritäten zu setzen. Zuerst Gott vertrauen, er liebt uns und meint uns genau so, wie wir sind. Darauf vertrauen, dass sehr viel da ist, einfach so – wenn wir es klug verwalten und verteilen. Unsere Sehnsucht nach Mobilität und Wohlstand erst danach setzen. Anerkennen, dass beides zu uns Erdenbürgern gehört. Gott bitten, dass er uns hilft, klüger, bescheidener, verbundener zu werden. Jesus folgen, indem wir über seine Worte nachdenken, sie mit anderen Menschen teilen und vor allem wissen, dass unsere irdische Zeit nur kurz ist und in Gott sein unendlich ist.

Salka Gärtner
für das Team Klimaschutz

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