... so schreibt Fred Sanga aus Mbigili in einer Mail, in der es eigentlich um Dank für unsere Unterstützung beim Buskauf ging. Unser Geld ist angekommen! Zwar ist das abgängige Fahrzeug noch nicht verkauft. Aber die Partner sind diesbezüglich guten Mutes!

Trotzdem beginnt die Mail mit „eine Zeit der Trauer“: Der Präsident des Landes Tansania ist seiner Herzerkrankung erlegen. Dies ist für alle in Tansania ein tiefer Einschnitt, denn mit Amtsantritt von John Pombe Magufuli begann eine neue Ära: Ein Präsident, der am Nationalfeiertag alle teuren Feiern absagt und stattdessen die Ärmel aufkrempelt, um mit einer Reinigungskolonne demonstrativ „die Hauptstadt aufzuräumen“! Der unangemeldet durch´s Finanzministerium geht und alle feuert, die unentschuldigt nicht am Platz sind. Der mit eisernem Rechen beginnt, die Korruption auszukehren. Der international Verhandlungen aufnimmt mit dem Ziel, dem Ausverkauf des Landes ein Ende zu setzen und der bei Infrastrukturprojekten Tempo macht wie niemand vor ihm: Straßen, Elektrizität, Krankenhäuser, Schulen...

Dass er andererseits zunehmend autokratisch regierte und Tansania innerhalb von sechs Jahren in einen de facto Einparteienstaat verwandelte, in dem die Opposition verfolgt und die Presse zensiert wird, sah man ihm dafür nach. „Erst Entwicklung, dann Demokratie“, sagten sogar KirchenführerInnnen, mit denen wir gesprochen haben.

Walimu (Lehrer) Fred Sanga (Mitte) ist Sprecher des Partnerschafts-Ausschusses. Hier auf dem Fußballfeld in Mbigili mit Elke Vogel-Döhring und Habili Mwakasape.

Und dann heißt es am Ende: „Jetzt sterben die Menschen“. Der Präsident hatte die Existenz der Corona-Pandemie in Tansania schlicht geleugnet. Seit einer von ihm angeordneten dreitägigen nationalen Gebetszeit im Mai vergangenen Jahres, erklärte er die Pandemie für beendet. Eine „stattdessen“ gehäuft auftretende „Lungenentzündung mit Atem-Problemen“, die überproportional tödlich verläuft und die Krankenhäuser völlig überlastet, empfahl er mit Dampf-Inhalationen und aus Madagaskar importierten Kräutern zu bekämpfen.

Wie zum Hohn verstummen die Gerüchte nicht, der Präsident sei selbst an Covid-19 verstorben. Schon Wochen vor seinem Tod war er nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Die internationale Presse hält das, unisono mit Oppositionellen, jedenfalls für sehr, sehr wahrscheinlich.

Uns bleibt, für unsere PartnerInnen und ihr Land zu beten und wach zu bleiben für den Moment, wo sie vielleicht noch andere Hilfe von uns erbitten. Vor allem sollten wir unsere Stimmen dafür erheben, dass auch Impfstoffe wie Aids-HIV-Medikamente und anderer „Besitz“ der reichen Industrie-Nationen rasch auch mit Afrika und anderen außereuropäischen Regionen gerecht geteilt wird.

Pastor Andreas Baldenius
für den Partnerschaftsausschuss