„Das Einzige, was ich nicht kann, ist Singen und Tanzen“, sagte Eduard Isinger bei seinem Bewerbungsgespräch. Das gehörte glücklicherweise nicht zum Stellenprofil eines Küsters – so begann er seinen Dienst bei uns. Hätte er gewusst, so gesteht er mir im Gespräch, was ein Küster ist, hätte er es sich vielleicht zweimal überlegt mit seiner Bewerbung. Seine Frau, Irma Isinger, die bei uns schon als Reinigungskraft gearbeitet hat, erzählte ihm, dass ein Hausmeister gesucht werden würde. Die Stellenausschreibung hat er jedoch nie gelesen. Doch seine Bewerbung und das Gespräch genügte und überzeugte die Gemeinde.

Der studierte Physiker aus Turkmenistan, der ursprünglich eine wissenschaftliche Laufbahn im Sinn hatte, entdeckte sein großes Talent als Handwerker. Wie funktioniert etwas, wie kann man etwas optimieren, wie kann es repariert werden? Herumtüfteln, Zusammenbauen, miteinander-Kombinieren – er war so gut, dass viele nach seinen Fähigkeiten fragten. Eduard hatte nicht nur einen guten Ruf in seiner Stadt, sondern sogar aus den Nachbarländern wie Usbekistan kamen Menschen zu ihm und baten ihn um Hilfe. Mitte der 1990er Jahre kam er mit seiner Familie nach Deutschland. Er arbeitete schließlich in einem kleinen Fernsehgeschäft, aber die Zukunft dieses Geschäfts war ungewiss, veränderte sich doch die technische Landschaft. Deshalb kam Eduard im März 2011 zu uns als Küster mit 25 Stunden. Ebenfalls arbeitet er als Hausmeister in St. Michael. Mit einem Tag pro Woche hielt er, bis zur Lockdownphase und der Schließung des Fernsehgeschäfts, seinem Chef die Treue.

Von seinem Vorgänger, Wolfgang Schubert, hat er gelernt, was ein Küster noch machen muss – und diesen gottesdienstlichen Dienst tut er mit einer solchen Freundlichkeit und würdevollen Bescheidenheit, die wir alle sehr schätzen.

Mit seiner Kreativität, seinem umfassenden Fachwissen und seiner Erfahrung hat er vieles hier reparieren und anfertigen können.

Er freut sich, mit seinen Fähigkeiten anderen zu helfen, ihnen eine Freude zu bereiten. Er ist ein geschätzter Kollege und Mitarbeiter unserer Gemeinde – und wir freuen uns, dass er bei uns ist. Lieber Eduard, wir gratulieren dir herzlich zum 10-jährigen Jubiläum!

Pastorin Chang-Mi Dallat