Kirchengemeinderat in Klausur – Einmal im Jahr trifft sich der Kirchengemeinderat (KGR) zu einer Klausurtagung. Irgendwo abgeschieden in einem Freizeitheim, einer Tagungsstätte oder im Kloster. Einmal im Jahr? Na ja, nahezu. 2020 war das nicht so. Die neue Pandemie hatte das verhindert. In diesem Jahr dann also digital. Es muss ja weitergehen. Am letzten Wochenende im Mai trafen wir uns per Zoom.

Zuvor hat eine kleine Vorbereitungsgruppe mit zwei Organisationsentwicklerinnen, Frau Maike Wischmann und Frau Anja Botta des Kirchenkreises Hamburg-Ost, die Themen und den Ablauf vorbereitet. Zur inhaltlichen Einstimmung wurde sogar ein kleiner Film gedreht. Das Motto war schnell klar: Alles bleibt anders – aus der Krise wachsen.

Freitagabend ging es los. Natürlich mit einer Andacht und einigen vorbereiteten Impulsen.

Rückblick 2020: Wie war das eigentlich, als der erste Lockdown zum „Einfrieren“ unserer gewohnten Abläufe, Angebote und der Gottesdienste zwang? Ja, wir haben kurz angehalten und festgestellt: „Das geht ja alles nicht“. Aber nur kurz: Dann haben wir gehandelt. Briefaktionen, Telefonanrufe, Posaunen-Balkonkonzerte, Tüten mit geistlichen Impulsen und Texten zum Mutmachen, Predigten zum Herunterladen von unserer Internetseite oder zum Abholen vor der Kirche, um sie dann Zuhause lesen zu können, mit Begleitung durch ein Gesang-Video (auch von der Internet- seite). Der beliebte Martinsmarkt fand ganz anders statt und den Adventskalender gab es trotzdem. Termine des Kirchen- gemeinderates fanden zunächst per Telefonkonferenz und später dann per Videokonferenz statt. Geht auch. Und im November haben wir dann tatsächlich beschlossen, die traditionellen Weihnachtsgottesdienste abzusagen, aber Alternativen anzubieten.

Zurück zur Klausurtagung. Was darf bleiben? Was darf sich ändern? Was darf weg? – Natürlich müssen wir auch die Ressourcen beachten. Wir können nicht alle Angebote, die es vor der Pandemie gab, und alle neuen Dinge weiterhin gleichzeitig tun. Ehren- und Hauptamtliche wären überfordert. Oder geht da doch mehr, nur anders?

Wir sind aktiver Bestandteil des Kirchspiels Bergedorf (eines Zusammen- schlusses von fünf evangelischen Gemeinden in Bergedorf auf Arbeits- ebene) und allen beteiligten Gemeinden geht es so oder mindestens ähnlich.

Das schmeckt nach Aufbruchstimmung – Im Kirchspiel können wir bestimmte Angebote und Aufgaben ver-teilen. Nicht in jeder Gemeinde wird es dann immer zu jeder Zeit alles geben. Macht doch nichts, dann geht man zu bestimmten Anlässen eben einfach „ein Haus weiter“. Das werden wir behutsam und in Absprache mit den anderen Gemeinden machen. Schauen, wo für ein Thema die meiste Energie ist und wo die Interessierten Zuhause sind.

Neues in Petri und Pauli oder so wollen wir das machen – Viele von uns sind FreundInnen konkreter Verabredungen. Und so soll das auch sein. Die ersten groben Ideen:

Ab Juli wollen wir alle zwei Wochen einen Newsletter mit aktuellen Informationen zu Aktivitäten, Gottesdiensten und Informationen aus unserer Gemeinde verschicken. Anmeldung dafür gerne schon jetzt auf unserer Internetseite.

Die Gottesdienste sollen flexibler werden. Neben der Lutherischen Messe mit Abendmahl mehr kreative Gottesdienste. Nicht nur in der Kirche, sondern auch digital oder auch zu anderen Zeiten oder an anderen Orten oder bei Spaziergängen oder in anderen Kirchen.

So viele kreative Dinge haben wir ausprobiert, so viele Ideen und Möglichkeiten gibt es! Wir sind selbst erstaunt darüber, was alles möglich war und ist. Wir werden genau überlegen und schauen, wie die Formate angenommen wurden, und wollen eine Umfrage durchführen. Was gehen darf, was bleiben soll und was neu entstehen kann, werden wir dann entscheiden. Dazu wird eine Gottesdienstarbeitsgruppe gegründet, in der nicht nur Mitglieder des KGR sein sollen.

Es wäre wunderbar, wenn wir von den Gemeindemitgliedern noch einige mehr für unser Gemeindeleben interessieren können. Wie war das noch? Alles bleibt anders – aus der Krise wachsen. Genauso soll das kommen. Mit Gottes Hilfe und Beistand.

Thomas Hoffmann
für den Kirchengemeinderat