Mundschutz dabei? Wie die Brille, das Kollektengeld, das Taschentuch gehört er ja neuerdings zur Grundausstattung beim Gottesdienstbesuch. Natürlich wusste ich davon, aber real erlebt ist es nochmal etwas Besonderes.

Empfang durch Ulrike Konrad, die meinen Namen und meine Telefonnummer aufschreibt. Weiter geht es durch die Tür, wo Frau Preuße-Weber mit dem Desinfektionsmittel wartet.

Keine Gesangbücher? Ach, ja, Singen geht ja nicht …

Pastorin Dallat begrüßt mich freundlich, sie wird den Gottesdienst leiten, ebenso Pastor Baldenius, er ist heute Lektor. Den vertrauten Gang durch das Brauthaus, den schwarz-gelben Pfeilen folgend zu einem der grünen Schilder, wo man sich hinsetzen kann. Ein Sitzkissen liegt schon bereit. Rechts und links und auch vor und hinter mir: gähnende Leere. Wir sind, abgesehen von den Pastoren, dem Kantor und den Helferinnen, erstmal zu dritt. Etwas gespenstisch. Nach und nach kommen noch einige Gemeindemitglieder dazu, gegenseitiges Grüßen entfällt weitgehend. Wen erkenne ich? Letztlich waren, nach meiner Zählung, um die 20 Personen im Gottesdienst anwesend.

Klaus Singer setzt schwungvoll mit der Orgel ein, es klingt wie immer, vertraut und schön. Die Lieder singt Ulrike Konrad mit klarer Stimme und Mikrofon, teilweise mit Pastorin Dallat zweistimmig, der Kantor begleitet auf der Orgel. Wir können mitsummen. Da stört die Maske richtig …

So ist ein Gottesdienst ist kürzer als gewohnt und es fehlt natürlich die größere Gemeinschaft. Aber z. B. ein Fürbittengebet wirkt auf mich gerade jetzt in der Kirche besonders eindringlich und notwendig.

Es bleibt die Musik im Ohr, die trotz aller Einschränkungen möglich ist und – viel Gutes zum Nachdenken. Auf der Homepage der Gemeinde kann man noch einmal die gelesenen und gesprochenen Worte nachlesen.

Susanne Leiding-Edler