Manchmal lohnt es sich, mitten im Alltag stehen zu bleiben.
Erntedank erinnert uns daran: Vieles, was wir haben, ist nicht selbstverständlich. Wir leben von dem, was andere anbauen, backen, pflegen, schenken. Und wir leben von Gottes Güte. Dankbarkeit verändert den Blick: Wir sehen nicht nur, was fehlt, sondern auch, was gewachsen ist.
Reformation erinnert uns daran: Kirche darf sich verändern. Martin Luther hat daran festgehalten, dass unser Glaube nicht davon lebt, dass wir alles richtig machen, sondern davon, dass Gott uns annimmt. Allein aus Gnade. Das kann uns auch heute Mut machen, wenn Vertrautes sich verändert und Neues entsteht.
Und der Buß- und Bettag lädt schließlich dazu ein, ehrlich hinzusehen: Was ist nicht gut gelaufen? Wo haben wir uns verrannt? Was dürfen wir loslassen? Und worum wollen wir Gott bitten?
Vielleicht gehören diese drei Feiertage deshalb überraschend gut zusammen:
Dankbar zurückblicken. · Mutig nach vorn schauen. · Und dabei Gott vertrauen.
Das gilt für unser persönliches Leben – und vielleicht ganz besonders für unsere Kirchengemeinden. Wenn wir uns auf einen gemeinsamen Weg machen, müssen wir nicht alles Bewährte zurücklassen. Wir dürfen Schätze bewahren, Neues wachsen lassen und zugleich darauf vertrauen, dass Gott mit uns unterwegs ist. Denn Gemeinde ist mehr als Gebäude, Termine und Strukturen. Gemeinde lebt davon, dass Menschen gemeinsam nach Gott fragen, miteinander glauben, hoffen, zweifeln, feiern und füreinander da sind.
Vielleicht ist genau das die schönste Perspektive auf unserem gemeinsamen Weg: Nicht alles muss bleiben, wie es war. Nicht alles muss sofort feststehen.
Aber wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns begleitet. Und so gehen wir weiter – dankbar für das, was gewachsen ist, frei für das, was werden kann, und getragen von der Hoffnung, dass Gott mitten unter uns ist. „Siehe, ich mache alles neu!“ Offenbarung 21,5
Pastor Thomas Reinsberg
Wir feiern im Kirchspiel!
Erntedank-Gottesdienste am 4. Oktober in den jeweiligen Gemeinden
Herzliche Einladung zum Reformationstag, 31. Oktober um 11 Uhr in der Franz von- Assisi-Kirche zum Frühschoppen mit Luther: „Hier stehe ich und kann nicht anders!“ – Sei dabei, wenn sich die Kirche in ein uriges Festbankett verwandelt! Stoße im Gottesdienst gemeinsam mit Martin und Käthe an und erlebe die Reformation auf lebendige und unterhaltsame Weise – hautnah für Groß und Klein. Freu dich auf Gemeinschaft, Feierei, Musik, Tiefgang und Interaktion.
Am nächsten Morgen findet im Kirchspiel ausschließlich ein gemeinsamer Vergiss- mein-nicht-Gottesdienst mit Pastorin Maren Wichern in St. Petri und Pauli statt.
Buß- und Bettag feiern wir ebenfalls als Kirchspielgottesdienst: Am Mittwoch, 18. November, um 19 Uhr in Bugenhagen mit Pastorin Chang-Mi Dallat.