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St. Petri und Pauli Bergedorf
St. Petri und Pauli Bergedorf

Die Basilikumpflanze aus dem Topf. Jeder hat sie im Supermarkt schon einmal gesehen. Einige haben sie zuhause, so auch ich. Wie ein Mahnmal steht die Pflanze auf meiner Fensterbank in der Küche und ich bilde mir ein, dass sie mich vorwurfsvoll anschaut. Die Blätter hängen traurig herab und die Erde ist staubtrocken.
Einigen geht es vielleicht wie der kleinen Pflanze.
Das Jahr 2026 ist nun leider schon in vollem Gange. Es warten neue beängstigende Herausforderungen, neue kraftzehrende Probleme, neue belastende Lebensabschnitte. All das überwältigt uns. Es drückt aufs Gemüt, wir lassen die Schultern hängen, fühlen uns ausgelaugt und kraftlos.
Direkt neben der Pflanze steht ein weiterer Basilikumtopf, der scheinbar in der Blüte seines Lebens steht. Kräftige grüne Blätter strecken sich gen Himmel und feiern jeden einzelnen Sonnenstrahl. Einigen geht es vielleicht wie dieser Pflanze.

Das Jahr 2026 ist nun endlich in vollem Gange! Es erwarten uns großartige Herausforderungen, etliche Chancen und neue Lebensabschnitte. Mit Hochstimmung drücken wir den Rücken durch und schreiten kraftstrotzend voran.
Vielleicht erkennen wir uns in beiden Pflanzen wieder. Manchmal sind wir voller Kraft und Zuversicht, bereit für alles, was kommt. Und manchmal fühlen wir uns vertrocknet und wissen kaum, woher neue Energie kommen soll. Unser Leben verläuft selten nur in eine Richtung. Wachstum und Dürre liegen oft nah beieinander.
Mitten hinein in diese Wirklichkeit spricht Gott:„Siehe, ich mache alles neu!“ Gott ist wie ein geduldiger Gärtner. Er sieht nicht nur die hängenden Blätter und die trockene Erde. Und er übersieht auch nicht das satte Grün und das lebendige Wachstum. Gott freut sich an dem, was gedeiht.
Es ist kein Zeichen von Oberflächlichkeit, wenn es uns gut geht. Zeiten der Stärke sind ein Geschenk. Zeiten, in denen wir aufrecht gehen und mit Zuversicht nach vorne schauen, dürfen wir dankbar annehmen. Auch darin ist Gott gegenwärtig.
Doch wo Blätter hängen und die Erde rissig wird, bleibt Gott nicht fern. Manchmal gießt er uns dort, wo wir längst aufgehört haben zu hoffen. Tropfen für Tropfen kehrt Leben zurück. Die Erde wird weich, Wurzeln finden Halt und vorsichtig zeigt sich neues Grün.
Manchmal pflanzt Gott uns sogar um. Heraus aus zu engen Töpfen, hinein in neue Erde. Das kann ungewohnt sein. Veränderung fühlt sich nicht immer nach Aufbruch an. Doch nur so entsteht Raum für neues Wachstum.
Ganz gleich also, welcher Pflanze wir uns heute näher fühlen – der kraftvollen oder der erschöpften – Gottes fürsorgliche Hände halten beides. Er bewahrt, was wächst. Und er belebt, was zu verdorren droht.
Denn Gottes Zusage gilt heute und an jedem neuen Morgen:„Siehe, ich mache alles neu.“

Samuel Warnken, Dualer Student