Schon seit vielen Jahren gehen wir im Kirchspiel gemeinsame Wege. Bereits 2007 schlossen sich die vier Bergedorfer Gemeinden zu einem ersten Kirchspielvertrag zusammen. 2013 kamen die Lohbrügger Gemeinden Erlöserkirche und Gnadenkirche hinzu, die sich inzwischen zur Christusgemeinde zusammengeschlossen haben. Heute sind wir fünf Gemeinden, und in unserer Präambel heißt es: „Im Vertrauen auf Gottes Gnade und in der Hoffnung auf das Anbrechen seines Reiches fördert das Kirchspiel Bergedorf die gemeinsame Arbeit der Ev.-Luth. Gemeinden und Einrichtungen in Hamburg-Bergedorf. Das geschieht in überschaubaren Bezügen und transparenten Strukturen: Das Kirchspiel ist feiernde Kirche, versteht sich als Kirche der Ehrenamtlichen, die sich mit ihren Gaben einbringen, ist missionarische Kirche.“
In den letzten Jahren wurde die Zusammenarbeit noch einmal intensiviert:
2016: Kirchspielprozess mit dem Ziel, die kirchliche Arbeit gemeinsam zu verantworten und die Vielfalt der Handlungsfelder zu erhalten
März 2022: neuer Kirchspielvertrag – das Kirchspiel wurde zum Pfarrsprengel Bergedorf
Frühjahr 2023: gemeindeübergreifendes Gottesdienstprojekt
August 2023: Start des Konfi-Projekts
aktuell: Aufbau einer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit und gemeinsame Jugendarbeit/Ausbildung
Wir sind also schon ganz gut zusammengewachsen und die PastorInnen können sich dadurch freier im Kirchspiel bewegen. Dennoch erleben wir spürbare Engpässe – durch die Reduzierung von PastorInnenstellen, den Wegfall von Hauptamtlichen ebenso wie durch anstehende Gebäudesanierungen. Diese Entwicklungen spiegeln die allgemeinen Herausforderungen wider, vor denen die Nordkirche steht:
Seit 2005 ist die Zahl der Gemeindeglieder um rund ein Drittel zurückgegangen.
Bis 2030 wird es im Kirchenkreis Hamburg- Ost etwa 94 Pfarrstellen weniger geben als heute
Hinzu kommen Fachkräftemangel in allen kirchlichen Berufsgruppen, demographischer Wandel im Haupt- und Ehrenamt sowie steigende Kosten durch Lohnsteigerungen, Klimaschutzauflagen und Inflation.
Vor diesem Hintergrund hat auch unser Kirchengemeinderat beschlossen, die Möglichkeit einer Fusion zu prüfen. Nicht aus der Not heraus, sondern damit wir die Zeit haben, diesen Prozess in Ruhe mit anderen Gemeinden zu gestalten.
Bei einem Infoabend für alle Kirchengemeinderäte im Kirchspiel mit dem erfahrenen Organisationsentwickler und Berater Florian Weißler wurde deutlich: Eine Fusion ist nicht nur eine Frage der Strukturen. Sie kann auch die Chance sein, gemeinsam Neues zu gestalten – aus Freude am Glauben und mit Lust an Veränderung.
Wie geht es weiter? Zunächst prüfen wir, ob eine Fusion für uns in Frage kommt. Noch ist nichts entschieden. Wir wollen uns Zeit nehmen, um Chancen und Herausforderungen gründlich zu bedenken. Geplant sind Gespräche, Sondierungstage, Arbeitsgruppen und Beteiligungsmöglichkeiten für Hauptamtliche, Ehrenamtliche und alle Gemeindeglieder. Herr Weißler wird uns in diesen 12–18 Monaten der Prüfung begleiten. Am Ende steht ein Beschluss, ob – und wenn ja, mit welchen Gemeinden – eine Fusion stattfinden wird. Dazu wird es auch eine Gemeindeversammlung geben. Sollten wir den Weg weitergehen, soll der Prozess bis Ende 2028 abgeschlossen sein.
Wichtig ist uns: Ihre Meinung zählt. Welche Hoffnungen haben Sie für eine gemeinsame Arbeit mehrerer Kirchengemeinden? Welche Sorgen bewegen Sie und was könnte man dafür tun? Was wünschen Sie sich für die Zukunft unserer Kirche? Sprechen Sie die PastorInnen und den Kirchengemeinderat gerne an, schreiben Sie uns über (redaktion@stpetriundpaulibergedorf. de) oder bringen Sie Ihre Gedanken in einer unserer Veranstaltungen ein.
Wir halten Sie regelmäßig auf dem Laufenden und laden Sie ein, diesen Weg aufmerksam und kritisch mitzugehen.
Für den Kirchengemeinderat
Ulrike Konrad