"Jesus, unser Trost und Leben,
der dem Tode war ergeben;
der hat herrlich und mit Macht
Sieg und Leben wiederbracht.
Er ist aus des Todes Banden
als ein Siegsfürst auferstanden.
Halleluja! Halleluja!

Alle Welt sich des erfreuet,
sich verjünget und erneuet,
alles, was lebt weit und breit,
leget an sein grünes Kleid,
ja, das Meer für Freuden wallet,
Berg und Tal weithin erschallet:
Halleluja! Halleluja!"


…schreibt der evangelische Kirchenlieddichter und Lyriker Ernst Christoph Homburg 1659 in seinem österlichen Gedicht, das Johann Sebastian Bach vertont hat und das in unserem Gesangbuch steht. "Halleluja!", rufen die Menschen auch am Wegesrand Jesus in Jerusalem zu, als sie ihn sehen, begrüßen ihn wie einen König. Schnell wird es zu einem: "Kreuzigt ihn!". Sie sind enttäuscht, dass der verheißene Retter sie nicht so befreit, wie sie es erwartet hätten.

Doch Gottes Rettung sieht anders aus. Er hat einst seinen Sohn in die Welt als ein Hoffnungszeichen für uns Menschen in die Welt gesandt, ein Kind im Stall. Doch unser Weg mit Gott geht weiter. Gott ist ganz Mensch. Er geht bis an die äußersten Grenzen des Mensch-Seins: da ist Schmerz und Pein, Trauer und Wut, Ohnmacht und Hilflosigkeit. "Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber…", betet Jesus, "…doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!" Jesus wird sterben, wird am Kreuz hängen.

Wir feiern die Passionszeit und Ostern zu einer Jahreszeit, in der wir in der Natur nahezu gleichzeitig sehen und erleben können, was schließlich "Ostern für mich" sein könnte. Der Winter, in dem alles tot zu sein scheint, trist und trübe, kalt und dunkel, wird überwunden, wenn der Frühling kommt. Es wird wieder bunt und lebendig. Durch Jesus hat Gott uns gezeigt: Der Tod hat nicht das letzte Wort, ist nicht das Ende. Denn Gott hat den Tod überwunden. Unsere Ängste und Sorgen, Leid und Schmerz – sie bleiben, aber mit Gott können sie uns nicht mehr gefangen nehmen. Gott hat dem Tod seine Macht genommen, seine Wirkmächtigkeit über uns und unser Leben, wenn wir ihn in unserem Leben zulassen. Wir können darauf hoffen, dass er uns durch unsere eigene Dunkelheit hindurch zum Licht führt. So können wir getrost und zuversichtlich unser Leben mit ihm gestalten.

Wohin das Leben Euch auch führen mag: Seid gesegnet von Gott auf euren Wegen!

Eure Pastorin Chang-Mi Dallat