Wir bauen uns ein Kirchspiel

Was hat Lego mit dem Kirchspielprozess zu tun? Die Arbeitsgruppe Gottesdienst im Kirchspielprozess traf sich zur Arbeit mit einem ungewohnten Medium. Bausteine, die sonst die Phantasie der Kinder anregen, sollten auch uns auf die Sprünge helfen. Unter fachkundiger Anleitung eines Unternehmensberaters, haben wir (Pastorin Irmela Redhead, Bergedorfer Marschen, Pastorin Ellen Drephal-Kelm, Erlöser- und Gnadenkirche, Pastor Helmut Sölter, Bugenhagen Nettelnburg, Nicole Knaack, St. Petri und Pauli, Christopher Ledlein, Erlöser Kirche und Silke Detlefs, St. Michael) uns, als Baumeisterinnen und Baumeister mit Legosteinen betätigt.

Die Ausgangsbedingungen sind uns schnell klar. In unserem Kirchspiel finden jeden Sonntag mehrere Gottesdienste statt. Die Gemeindemitglieder sind es gewohnt, in ihre Kirche zu gehen, ihre Pastoren zu hören, mit ihrem Kantor zu singen und zu musizieren, ihre Traditionen zu pflegen. Doch Immer weniger Menschen kommen am Sonntag in unsere Kirchen. Liegt es daran, dass es zu viele andere Angebote gibt?

Wollen die Menschen einfach am Sonntag ausschlafen und findet der Gottesdienst zur falschen Zeit statt? Brauchen wir einen andere Form: kürzer, länger, lauter, leiser, bunter, grauer – wohin sollen wir uns bewegen?

Spielt Gott im Leben der Menschen keine Rolle mehr? Diese und andere Fragen stellen sich viele Gemeinden in Deutschland. Unterschiedliche Aktionen sind bereits als Antwort auf diese Fragen in unserem Kirchspiel entstanden. Gemeinsame Gottesdienste im Kirchspiel, das zweite Programm in St. Petri und Pauli, Evensong, Beteilgung von Konfirmanden, Gemeindefeste, Mobiler Gottesdienst, mit Chor, mit Posaune, Themengottesdienste zum Weltgebetstag oder Israelsonntag, Lesungen in Farsi, Predigt in einfacher Sprache. Vielfältig sind unsere Antworten. Sind das auch die Bausteine, mit der sich zukünftig Gottesdienste lebendig gestalten lassen? Was erwarten die Menschen, wenn sie einen Gottesdienst besuchen?

Was muss neu gedacht und was darf nicht einfach so „wegorganisiert“ werden. Das erste Zwischenfazit steht fest: Wir brauchen mehr Mobilität. Wir brauchen sie in unseren Köpfen und sie ganz praktisch für Sonntage, an denen wir nicht in jeder Kirche Gottesdienst feiern werden.

Eine neue lebendige Struktur für die Gottesdienste in unserem Kirchspiel lässt sich nur einführen, wenn wir allmählich zusammenwachsen. Unseren ersten gemeinsamen Gottesdienst im Kirchspiel werden wir zu Himmelfahrt feiern.

Wie es mit den gemeinsamen Gottesdiensten im Kirchspiel weitergeht, werden wir berichten.

Dr. Nicole Knaack
für die Arbeitsgruppe "Gottesdienst im Kirchspiel"